Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 6 – Wiedener Eck nach Lörrach
Nachtrag vom 13.07. :
Heute war der chaotischste Tag der Tour, wir hatten mit Wegsperrungen und schlechtem Wetter zu kämpfen. Doch beginnen wir mit dem Frühstück…
… denn das lies heute keine Wünsche offen. Wir es sich für ein gutes Hotel gehört mangelte es an nichts, wir genossen daher ausgiebig Müsli mit frischen Früchten und Nutella-Brötchen (bzw. Reiswaffeln). So gestärkt starteten wir zur letzten Tagesetappe.
Vom Hotel weg mussten wir sofort kräftig in die Pedale und und die ersten 150hm des Tages erarbeiten. Entgegen der Wettervorhersage wurden wir zu diesem Zeitpunkt von der Sonne verwöhnt, es war schon sehr heiss! Wir passierten die kleinen Schwarzwaldorte Lückle und Untermulten.
Eine lange Waldabfahrt sollte uns nach Oberböllen führen, doch nach dem wir bereits etliche Kilometer bergab gerast waren standen wir plötzlich unverhofft vor einer Wegsperrung. Waldarbeiter waren gerade beim Fällen von Bäumen. Wir suchten zuerst nach einer Alternative und strampelten dafür einige Höhenmeter bergauf. Da wir keine Umgehungsmöglichket ausmachen konnten, umgingen wir die Sperre und näherten uns langsam den Arbeiten. Der Waldarbeiter war gar nicht erfreut uns zu sehen und verscheuchte uns umgehend wieder. Er gab uns aber wenigstens noch einen Tip wie wir die Strecke umgehen können.
Das bedeutete für uns rauf auf den Berg und zusätzliche Höhenmeter sammeln. Nach dem dies geschafft war fanden wir dann recht schnell wieder zurück zur Hauptroute und durchquerten die Orte Oberböllen und Neuenweg. Unser Plan die Proviantvorräte hier aufzufüllen ging mangels Einkaufsmöglichkeiten leider nicht auf. In einem Gasthof konnten wir dann aber zumindest die Getränkeflaschen nachfüllen.
Es folgte ein schweisstreibender Anstieg, wir mussten ca. 300hm bewältigen. Hier erwischte uns ein kräftiger Regenschauer, so dass wir eine ca. 20 minütige Zwangspause einlegen mussten. Etwas weiter entfernt gewitterte es, das Donnergrollen sollte und die nächsten Stunden verfolgen. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte zogen wir unsere Regenklamotten an und machten uns an die Weiterfahrt.
Nach einer steilen Abfahrt kam was kommen musste. Der Weg war wieder gesperrt. Es waren keine Arbeiter zu Gange dafür lagen jede Menge gefällter Bäume quer über den Weg. Rik kletterte einige Meter über die Bäume um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Weiterfahrt war jedoch völlig unmöglich, der Weg war unpassierbar soweit man blicken konnte.
Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt auf knapp 1000 Meter Höhe, hatten seit vielen Kilometern keine Ortschaft mehr gesehen, hatten ein Gewitter im Rücken, kaum noch Proviant, müde Beine und die Wahl eine alternative Abfahrt ins Tal mit ungewissem Zielpunkt zu nehmen, oder den Berg wieder hinaufzustrampeln um dort nach einer Umgehung zu suchen. Unser Kartenmaterial half uns an dieser Stelle auch nicht wirklich weiter, da nicht alle Wege verzeichnet waren.
Drei weitere Radler aus Karlsruhe die auch dem Mountainbikeweg folgten kamen ca. 5 Minuten nach uns an der Sperrung an. Sie hatten besseres Kartenmaterial als wir dabei, welches wir gemeinsam kurz studierten. Die drei nahmen dann recht schnell den Weg ins Tal. Wir hatten die Erfahrung gemacht dass Anstiege aus dem Tal heraus wesentlich steiler und damit anstrengender sind, als wenn man schon auf einer gewissen Höhe ist und sich dann weiter hocharbeitet. Daher entschieden wir uns für den Weg über den Berg.
Die Tatsache dass kurz nach der Weiterfahrt wieder Regen einsetzte (wir hatten keine 5 Minuten vorher die Regenklamotten ausgezogen) und wir wieder zusätzliche Höhenmeter vor uns hatten, brachte die Stimmung auf den Nullpunkt (übrigens das erste mal auf der Tour). Mit ordentlich Wut im Bauch liessen wir es dann aber richtig krachen und flogen den Berg regelrecht hoch.
Oben angekommen war wir dann kurz etwas orientierungslos, fanden aber glücklicherweise recht schnell ein Schild das uns den Weg Richtung Egerten wies. Die folgende Abfahrt war herrlich, und wir fanden wieder den Einstieg in unsere Hauptroute.
Es folgten viele Kilometer Abfahrt über geschotterte Waldwege, welche viel Konzentration erforderten. Wir mussten einige Male anhalten um die Bremsen abkühlen zu lassen. Mit abnehmender Höhe änderte sich auch wieder das Landschaftsbild, wir fuhren nun zunehmend über Wiesen- und Feldwege.
An einer sehr steilen Stelle mit tiefen und groben Schotter hatten wir dann alle Hände voll zu tun um uns auf dem Rad zu halten, denn der Schotter gab beim Bremsen nach und rutschte ab. Rik fuhr vorraus und stieß noch einen Warnschrei aus. Er bekam das Rad doch noch irgendwie zum stehen, und Alex wählte eine Wiese als Notausfahrt. Nochmal gutgegangen und der Adrenalinspiegel war auch wieder oben
Als wir in Malsburg vor einem verschlossenen Gasthof standen fuhren plötzlich die drei Karlsruher wieder an uns vorbei. Wir winkten ihnen lachend zu und nahmen ebenfalls die Abfahrt nach Kandern. Dort angekommen verpflegten wir uns ausgiebig bei Edeka und machten die erste richtige Pause des Tages.
Es folgten die letzten beiden Anstiege der Tour. Von Kandern zurück auf die Hauptroute und kurz vor Lörrach mussten wir nochmal beissen, denn es war drückend schwül und neben der körperlichen Erschöpfung fehlte uns nun langsam aber sicher auch die Lust an der Quälerei.
Die letzten Kilometer waren sehr angenehm zu radeln, allerdings waren wir mit dem Eintauchen in den Lörracher Feierabendverkehr dann endgültig wieder zurück in der Alltagshektik. Am Bahnhof angekommen war die Freude die Tour aus eigener Kraft bis zum Ende bewältigt zu haben natürlich groß.
Die Rückfahrt nach Karlsruhe dauerte ca. 3,5 Stunden, da wir auf Zugverbindungen mit Fahrradbeförderungsmöglichkeiten angewiesen waren. Dafür war das Ticket mit 27€ für zwei Personen wirklich günstig!
In den nächsten Tagen/Wochen werden wir die Berichte noch um Bilder und Höhenprofile ergänzen, ein Tourfazit und Tour-Ernährungstipps folgen ebenfalls noch.