Jul 14 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 6 – Wiedener Eck nach Lörrach

Nachtrag vom 13.07. :

Heute war der chaotischste Tag der Tour, wir hatten mit Wegsperrungen und schlechtem Wetter zu kämpfen. Doch beginnen wir mit dem Frühstück…

… denn das lies heute keine Wünsche offen. Wir es sich für ein gutes Hotel gehört mangelte es an nichts, wir genossen daher ausgiebig Müsli mit frischen Früchten und Nutella-Brötchen (bzw. Reiswaffeln). So gestärkt starteten wir zur letzten Tagesetappe.

Vom Hotel weg mussten wir sofort kräftig in die Pedale und und die ersten 150hm des Tages erarbeiten. Entgegen der Wettervorhersage wurden wir zu diesem Zeitpunkt von der Sonne verwöhnt, es war schon sehr heiss! Wir passierten die kleinen Schwarzwaldorte Lückle und Untermulten.

Eine lange Waldabfahrt sollte uns nach Oberböllen führen, doch nach dem wir bereits etliche Kilometer bergab gerast waren standen wir plötzlich unverhofft vor einer Wegsperrung. Waldarbeiter waren gerade beim Fällen von Bäumen. Wir suchten zuerst nach einer Alternative und strampelten dafür einige Höhenmeter bergauf. Da wir keine Umgehungsmöglichket ausmachen konnten, umgingen wir die Sperre und näherten uns langsam den Arbeiten. Der Waldarbeiter war gar nicht erfreut uns zu sehen und verscheuchte uns umgehend wieder. Er gab uns aber wenigstens noch einen Tip wie wir die Strecke umgehen können.

Das bedeutete für uns rauf auf den Berg und zusätzliche Höhenmeter sammeln. Nach dem dies geschafft war fanden wir dann recht schnell wieder zurück zur Hauptroute und durchquerten die Orte Oberböllen und Neuenweg. Unser Plan die Proviantvorräte hier aufzufüllen ging mangels Einkaufsmöglichkeiten leider nicht auf. In einem Gasthof konnten wir dann aber zumindest die Getränkeflaschen nachfüllen.

Es folgte ein schweisstreibender Anstieg, wir mussten ca. 300hm bewältigen. Hier erwischte uns ein kräftiger Regenschauer, so dass wir eine ca. 20 minütige Zwangspause einlegen mussten. Etwas weiter entfernt gewitterte es, das Donnergrollen sollte und die nächsten Stunden verfolgen. Nachdem der Regen etwas nachgelassen hatte zogen wir unsere Regenklamotten an und machten uns an die Weiterfahrt.

Nach einer steilen Abfahrt kam was kommen musste. Der Weg war wieder gesperrt. Es waren keine Arbeiter zu Gange dafür lagen jede Menge gefällter Bäume quer über den Weg. Rik kletterte einige Meter über die Bäume um sich einen Überblick zu verschaffen. Die Weiterfahrt war jedoch völlig unmöglich, der Weg war unpassierbar soweit man blicken konnte.

Wir befanden uns zu diesem Zeitpunkt auf knapp 1000 Meter Höhe, hatten seit vielen Kilometern keine Ortschaft mehr gesehen, hatten ein Gewitter im Rücken, kaum noch Proviant, müde Beine und die Wahl eine alternative Abfahrt ins Tal mit ungewissem Zielpunkt zu nehmen, oder den Berg wieder hinaufzustrampeln um dort nach einer Umgehung zu suchen. Unser Kartenmaterial half uns an dieser Stelle auch nicht wirklich weiter, da nicht alle Wege verzeichnet waren.

Drei weitere Radler aus Karlsruhe die auch dem Mountainbikeweg folgten kamen ca. 5 Minuten nach uns an der Sperrung an. Sie hatten besseres Kartenmaterial als wir dabei, welches wir gemeinsam kurz studierten. Die drei nahmen dann recht schnell den Weg ins Tal. Wir hatten die Erfahrung gemacht dass Anstiege aus dem Tal heraus wesentlich steiler und damit anstrengender sind, als wenn man schon auf einer gewissen Höhe ist und sich dann weiter hocharbeitet. Daher entschieden wir uns für den Weg über den Berg.

Die Tatsache dass kurz nach der Weiterfahrt wieder Regen einsetzte (wir hatten keine 5 Minuten vorher die Regenklamotten ausgezogen) und wir wieder zusätzliche Höhenmeter vor uns hatten, brachte die Stimmung auf den Nullpunkt (übrigens das erste mal auf der Tour). Mit ordentlich Wut im Bauch liessen wir es dann aber richtig krachen und flogen den Berg regelrecht hoch.

Oben angekommen war wir dann kurz etwas orientierungslos, fanden aber glücklicherweise recht schnell ein Schild das uns den Weg Richtung Egerten wies. Die folgende Abfahrt war herrlich, und wir fanden wieder den Einstieg in unsere Hauptroute.

Es folgten viele Kilometer Abfahrt über geschotterte Waldwege, welche viel Konzentration erforderten. Wir mussten einige Male anhalten um die Bremsen abkühlen zu lassen. Mit abnehmender Höhe änderte sich auch wieder das Landschaftsbild, wir fuhren nun zunehmend über Wiesen- und Feldwege.

An einer sehr steilen Stelle mit tiefen und groben Schotter hatten wir dann alle Hände voll zu tun um uns auf dem Rad zu halten, denn der Schotter gab beim Bremsen nach und rutschte ab. Rik fuhr vorraus und stieß noch einen Warnschrei aus. Er bekam das Rad doch noch irgendwie zum stehen, und Alex wählte eine Wiese als Notausfahrt. Nochmal gutgegangen und der Adrenalinspiegel war auch wieder oben :-)

Als wir in Malsburg vor einem verschlossenen Gasthof standen fuhren plötzlich die drei Karlsruher wieder an uns vorbei. Wir winkten ihnen lachend zu und nahmen ebenfalls die Abfahrt nach Kandern. Dort angekommen verpflegten wir uns ausgiebig bei Edeka und machten die erste richtige Pause des Tages.

Es folgten die letzten beiden Anstiege der Tour. Von Kandern zurück auf die Hauptroute und kurz vor Lörrach mussten wir nochmal beissen, denn es war drückend schwül und neben der körperlichen Erschöpfung fehlte uns nun langsam aber sicher auch die Lust an der Quälerei.

Die letzten Kilometer waren sehr angenehm zu radeln, allerdings waren wir mit dem Eintauchen in den Lörracher Feierabendverkehr dann endgültig wieder zurück in der Alltagshektik. Am Bahnhof angekommen war die Freude die Tour aus eigener Kraft bis zum Ende bewältigt zu haben natürlich groß.

Die Rückfahrt nach Karlsruhe dauerte ca. 3,5 Stunden, da wir auf Zugverbindungen mit Fahrradbeförderungsmöglichkeiten angewiesen waren. Dafür war das Ticket mit 27€ für zwei Personen wirklich günstig!

In den nächsten Tagen/Wochen werden wir die Berichte noch um Bilder und Höhenprofile ergänzen, ein Tourfazit und Tour-Ernährungstipps folgen ebenfalls noch.


Jul 13 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 5 – Neustadt nach Wiedener Eck

Nachtrag vom 12.07. (wir hatten keinen Handyempfang…):

Wir haben es geschafft und den höchsten Mittelgebirgsgipfel Deutschlands aus eigener Kraft mit dem Bike erklommen. Ein gutes Gefühl! Doch der Reihe nach…

Neustadt mit seiner Kessel-Lage verschaffte uns gleich zu Begin einen harten Einstieg in die Tagesetappe. Auf dem Weg zum Saiger Kreuz eröffnet sich als Belohnung ein toller Blick auf den tieferliegenden Titisee.

Einer kleinen Abfahrt nach Bärental folgte dann der lange Anstieg zum Ort Feldberg. Auf dieser Strecke haben wir wegen mangelnder Beschilderung leider den Feldsee verpasst. Die kleinen Waldwege waren zwar anstrengend aber trotzdem wunderschön zu fahren, wir wurden sogar stellenweise von Wanderern angefeuert.

Aufgrund eines Wetterumschwungs kam es zu einem Temperatursturz von 27 auf 19 Grad, so dass wir erstmalig auf der Tour unsere Windjacken aus den Rucksäcken kramen mussten. Es blieb glücklicherweise aber trocken.

Den Feldbergipfel fest im Blick machten wir uns auf zum Gipfelsturm. Der Gipfel ist zwar kein offizielles Ziel der Route, aber wir wollten uns dieses Highlight nicht nehmen lassen. Der Anstieg war teilweise sehr steil (16%-Steigung), aber das Gefühl oben anzukommen war jede Mühe wert. Im Süden hatte sich ein übles Unwetter zusammengebraut, von oben war nur noch ein schwarzer Schleier zu erkennen. Da wir nicht wussten wie sich die Wetterlage verändern würde machten wir uns schon nach einer kurzen Pause wieder an die Abfahrt.

An der Todtnauer Hütte angekommen stärkten wir uns mit einem Mittagessen.
Es folgte eine tolle Abfahrt nach Todtnauberg, die uns allerdings mit einigen heftigen Zwischenanstiegen “versüßt” wurde.

Ein Ärgernis war dann die Streckenführung über Todtnauberg in Richtung Muggenbrunn. Anstatt Höhenmeter einzusparen wurden wir erst sehr weit ins Tal geleitet, und mussten uns diese Höhenmeter gleich im Anschluss wieder über eine lange und sehr steile Steigung erarbeiten. Wieder oben angekommen konnten wir dann einen Weg ausmachen der uns diese Schinderei erspart hätte.

Von Muggenbrunn führte ein sehr grob-schottriger Weg abwärts. Und hier ereilte uns die erste Panne der Tour, Riks Vorderrad war plötzlich platt wie eine Flunder. Dank des mitgenommenen Ersatzschlauchs war das Problem aber schnell behoben.

Die letzten Höhenmeter hoch zum Berghotel Wiedener Eck waren schnell eradelt. Aufgrund fehlender Alternativen sind wir heute zum ersten Mal in einem “richtigen” Hotel abgestiegen. Dafür wurden wir zum Abendessen mit einem 3-Gänge-Menü verwöhnt.

Die heutige Etappe war einmal mehr sehr erlebnisreich. Die Anstiege waren bis auf wenige Ausnahmen extrem steil, und die Angaben im Tourbuch (Entfernung und Höhenmeter) einmal mehr viel zu gering. Langsam machen sich auch die Anstrengungen der letzten Tage bemerkbar und die Kraft lässt spürbar nach. Morgen steht die Abschlussetappe an, dann ist unsere Tour leider auch schon wieder zu Ende.


Jul 11 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 4 – Haslach nach Neustadt

Eine sehr anspruchsvolle Etappe (Königsetappe) und hohe Temperaturen warteten heute auf uns. Nach dem Fühstück haben wir daher erstmal bei Aldi unsere Getränke- und Bananenvoräte aufgestockt, um so gerüstet in den Tag zu starten.

Die Schmerzen im Sitzbereich hatten heute einen neuen Level erreicht und begleiteten uns von der ersten Minute an. Sehr unangenehm, aber hilft ja nix…

Der Weg führte von Begin an bergauf, teilweise sehr steil (16%-Steigung), und an einer Stelle mit 19%-Steigung zu steil zum fahren. Die Sonne brannte schon recht unbarmherzig, so dass uns die Fahrerei recht anstrengte.

Die Landschaft begeisterte uns einmal mehr, Waldstücke wechselten sich ständig mit Almen und einsamen Höfen ab. Weiter oben führte dann ein schmaler Weg durch Mischwälder, das war wirklich sehr schön zu fahren und hat uns ein wenig an den Gardasee erinnert.

Nach ca. 2h Anstieg erreichten wir Rendseck, wo uns die erste kurze Abfahrt nach Schonach brachte. Und schon wieder gings sehr steil den Berg hinauf über die Weißenbacher Höhe zum Alten Eck. Auch hier schoben wir die Bikes an einem sehr steilen Teilstück mit ca. 20%-Steigung.

Nach dieser Anstrengung hielten wir auf einer Almwiese im Schatten eines Baumes eine kleine Siesta. Herrlich! Im Schlaf verrenkte sich Alex dann aber irgendwie das Kreuz und versuchte laut schreiend wieder auf die Beine zu kommen. 20 Minuten und einige Dehnübungen später war er dann wieder halbwegs hergestellt und wir konnten die Fahrt fortsetzen.

Nächstes Zwischenziel war die Kalte Herberge, die zu ihrem Namen kam als ein Gast im Winter dort erfror. Davor mussten wir uns heute wirklich nicht fürchten. Allerdings hatte die Herberge heute Ruhetag, und Alex musste erst ein wenig jammern (“… ich hab mir mein Kreuz verrenkt und habe nichts mehr zu trinken…”) bevor man unsere Getränkeflaschen füllen wollte.

An dieser Stelle hatten wir schon 1300hm auf dem Tacho, soviel wie eigentlich für die gesamte Etappe angekündigt war. Am Tagesende sollten es dann wieder über 1600hm sein…

Nach einem weiter Anstieg gings bergab in Richtung Neustadt. Bevor wir das Tagesziel aber erreichten mussten wir noch mehrmals auf die Zähne beissen und die Kraftreserven mobilisieren um die Zwischenanstiege zu bestehen.

In Neustadt endlich angekommen folgten wir mit letzter Kraft der Beschilderung zur Pension Waldblick. Dort angekommen mussten wir dann feststellen dass Dienstag Ruhetag ist. Doch irgend jemand hatte wohl ein Einsehen mit uns, und ein glücklicher Zufall wollte es dass just in diesem Moment der Besitzer vorbeikam. Und so kamen wir dann doch zu unserer verdienten Unterkunft.

Als Tagesausklang haben wir bei einem Italiener in der Ortsmitte lecker gespeist. Heute werden wir früh schlafen gehen, denn morgen wartet der Feldberg auf uns…

Danke übrigens für die Reaktionen und Kommentare zu den Berichten, es ist schön zu wissen dass sich jemand dafür interessiert und wir die Arbeit nicht umsonst investieren. Wir haben die Kommentare allerdings selbst noch nicht gelesen, da wir keinen Internetzugang haben. Die Tagesberichte finden über eine Handy-GPRS-Verbindung den Weg in den Blog.


Jul 10 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 3 – Baiersbronn-Obertal nach Haslach

Heute starten wir früh mit einem längeren Anstieg zur Alexanderschanze, der Weg schlängelte sich dabei über ruhige Waldwege.

Weiter ging die Tour in ständigem Auf- und Ab in Richtung Kniebis. Dort ankommen rasteten wir kurz an einem Tante Emma Laden (wie man ihn heute leider nur noch sehr selten findet) um uns mit einigen Voräten einzudecken.

Nach dem kleinen Örtchen Zwieselberg führt die Strecke auf über 20km durch unbesiedeltes Gebiet. Größtenteils waren wir hier auf ebenen oder leicht abfälligen Waldwegen unterwegs. Allerdings wollten auch drei sehr knackige Anstiege mit teilweise über 10%-Steigung bewältigt werden, die richtig Kraft gekostet haben. Wir waren die ganze Zeit alleine unter uns und der Natur. Eine wirklich nachhaltige Erfahrung!

Die Beschilderung war zu diesem Zeitpunkt mittelprächtig. Etwas geärgert haben wir uns über das Streckenprofil aus dem offiziellen SVV-Buch, da dort einige Anstiege komplett unterschlagen wurden. Das ist durchaus ein psychologischer Aspekt, denn wenn man statt mit einer Abfahrt mit einem Anstieg konfrontiert wird tut man sich schwerer als wenn man sich darauf eingestellt hat.

Noch nicht ganz zurück in der Zivilisation wurde Alex “beinahe” Opfer eines LKWs auf einer Waldlichtung. :-) Wir waren einfach noch nicht auf motorisierten Verkehr vorbereitet, und Alex musste das noch eine ganze Weile verarbeiten.

Was folgte war ein sehr lange und wunderschöne Bilderbuchabfahrt über kleine Sträßchen, vorbei an zahlreichen Schwarzwaldhöfen und Almen. Die Eindrücke waren überwältigend!

Am Ende der Abfahrt fanden wir uns in Wolfach wieder, und wir mussten uns nun endültig wieder mit dem Lärm und der Hektik des Straßenverkehrs arrangieren. Wir stärkten uns erstmal in einem kleinen Straßenrestaurant mit einem Mittagessen.

Der Weg führte uns nun ständig an der Kinzig entlang über Hausach nach Haslach. Der Tageskilometerzähler zeigte in Haslach 77km, was deutlich mehr ist als in der Etappeninfo beschrieben. Auch die knapp 900hm stehen im Kontrast zu den 500hm auf die wir uns eingestellt hatten. Hier hat der SVV noch Verbesserungspotential!

Die Suche nach einer Unterkunft gestaltete sich etwas schwierig, da viele Gasthöfe hier heute geschlossen hatten. Untergekommen sind wir dann zu guter letzt im Gasthof “Ochsen”.

Eine tolle Etappe, wir freuen uns auf mehr auch wenn der Körper schmerzt.


Jul 9 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 2 – Gernsbach nach Baiersbronn

Frisch gestärkt durch ein üppiges Frühstück gingen wir die heutige Etappe an, das Streckenprofil versprach 62km und 920hm.

Gleich zum Einstieg nahmen wir den Umweg zum Schloß Eberstein, was uns zusätzliche Höhenmeter und einen knackigen Anstieg einbrachte. Vom Schloss hat man einen schönen Ausblick über Gernsbach, das Schloß selbst konnten wir aber nicht besichtigen.

Die Strecke führte uns an der Murg entlang durch einige Orte bis nach Forbach. Dort steht eine der schönsten überdachten Holzbrücken Europas, welche wir als Beweis für unsere Anwesenheit natürlich ablichteten.

Ein holländischer Biker wurde aufgrund unseres schweren Gepäcks auf uns aufmerksam. Er erzählte uns dass er die Strecke auch schon gefahren ist und gab uns Tips bzgl. der Unterkünfte.

Bei Raumünzach nahmen wir einen weiteren Umweg zur Schwarzenbach-Talsperre. Dieser Umweg lohnt sich aber nicht wirklich, denn der Anstieg ist sehr steil und man ist gezwungen auf der Schwarzwaldhochstraße zu fahren, was aufgrund des starken Verkehrs keinen Spaß macht.

Wieder zurück auf der “richtigen” Strecke entschieden wir uns bei Hundsbach zur Einkehr in ein Restaurant um uns zu stärken und dem Körper eine Pause zu gönnen.

Das nächste Hauptziel hieß nun Mummelsee. Die Strecke führte uns stetig bergauf, größtenteils auf einer Nebenverkehsstraße was allerdings nicht so spannend zum fahren war. Ab Hundseck ist die Beschilderung der Route übrigens sehr schlecht, oft kommen kilometerlang gar keine Schilder, was inbesondere an Kreuzungen sehr nervig ist. Wir waren foh dass wir das PDA-Navi dabei hatten an dem wir uns orientieren konnten.

Die Strecke zum Mummelsee zog sich wie Kaugummi, ständig mussten neue Anstiege bewältigt werden und wir hatten das Gefühl dem Ziel nicht näher zu kommen. Irgendwann hatten wir es dann doch geschafft und wussten nun wieso der See im Reiseführer als “Rummelsee” beschrieben ist. Nach der schönen Ruhe in der Natur sind diese Touri-Massen kaum zu ertragen, wir machten nur eine kurze Pause um dann die letzten Kilometer zu bewältigen.

Die Beschilderung ist zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr existent, wir folgten nur noch dem Navi. Die Strecke war dafür allerdings wieder gigantisch und verschaffte uns tolle Ausblicke auf die tieferliegenden Täler.

Wir waren nun schon 5,5h im Sattel und hatten mit Sitz- und Rückenproblemen zu kämpfen. Irgenwann hatten wir aber dann auch den letzten Anstieg bewältigt, es folgte eine wunderschöne und lange Abfahrt durch Wälder und Täler nach Baiersbronn-Obertal.

Am Ende des Tages hatten wir 67km und knapp 1600hm(!) bewältigt, also deutlich mehr als eigentlich geplant. Unsere Körper sind vor allem im Sitzbereich ein wenig in Mitleidenschaft gezogen, hoffentlich wird das bis morgen wieder besser…

Untergekommen sind wir in einer privaten Pension, wir haben ein wirklich schönes und geräumiges Zimmer mit eigenem Balkon. Der Ort selbst ist wunderschön und ein wenig verschlafen, genau so wie man sich einen Ort im Schwarzwald vorstellt.

Zum Tagesausklang haben wir im “Cafe Murg” sehr lecker gespeist, und haben es uns dann rechzeitig zum WM-Finale in unserem Zimmer gemütlich gemacht.

Bis morgen!


Jul 8 2006

Mountainbikeweg Schwarzwald: Tag 1 – Söllingen nach Gernsbach

Mit Rückenwind und guter Laune starteten wir um 9.00h gen Gernsbach. Wir waren etwas unsicher wie sich das Wetter entwickeln würde… Das Glück war aber auf unserer Seite, es hat den ganzen Tag nicht geregnet und das Thermometer zeigte angenehme 25 Grad.

Der erste Defekt ereilte uns heute allerdings schon vor dem Start, denn Alex Pulsmesser gab bereits bei der Anreise mit der Bahn den Geist auf. Das sollte aber kein Problem sein, für Ersatz war schnell gesorgt.

Die ersten Kilometer vergingen wie im Flug. Ab Karlsbad verlief die Streckenführung zunehmend abgeschiedener. Wir hatten uns auf Schaaren von Wanderern eingestellt, und waren umso überaschter dass wir trotz des sonnigen Samstags auf weiten Teilen der Strecke völlig alleine unterwegs waren.

Rik hatte wohl zu wenig gefrühstückt, denn bereits vor dem ersten richtigen Anstieg zum Dobel hatte er drei Energieriegel verdrückt.

Das Mittagessen in einer kleinen Pizzeria auf dem Dobel mussten wir uns hart erarbeiten. Bis zu 12%-Steigungen in der prallen Sonne, und die schweren Rucksäcke ließen den Schweiss in Strömen fließen.

Frisch gestärkt waren die verbleibenden 250hm bis zum Weithäuslesplatz dann aber kein Problem für uns. Von da an ging es steil bergab bis zur Plotzsägmühle. Im Anschluss mussten wir einen “reissenden” Bach durchqueren und den letzten knackigen Anstieg bewältigen. Über Loffenau konnten wir dann sanft nach Gernsbach ausrollen.

Gernsbach selbst ist ein sehr schönes Städchen mit vielen verwinkelten Gassen. Wir haben uns im Gasthaus “Jockers” einquartiert, und wurden freundlich empfangen. Ein Stellplatz für die Fahrräder im Hof hinter dem Haus und eine Möglichkeit unsere nasse Kleidung zu trocknen ist vorhanden. Das Gasthaus verfügt außerdem über einen Biergarten direkt an der Murg, wo wir gut und üppig gespeist haben.

Es war ein toller erster Tag bei dem einfach alles gestimmt hat. Unterwegs wurden wir von anderen Bikern angesprochen, die die Tour schon gefahren sind und beim erzählen darüber ins Schwärmen geraten sind. So kanns weitergehen – wir freuen uns auf die kommenden Tage.


Jun 5 2006

Über die Höhen von Bad Herrenalb mit Alex

Nachdem Alex nun endlich sein neues Bike in Empfang nehmen konnte, sind wir gestern zur gemeinsamen Tour über die Höhen von Bad Herrenalb gestartet.

Wir wollten eigentlich schon am Samstag fahren, haben die Tour aber aufgrund der Wettervorhersage auf den Sonntag verlegt. Geregnet hat es gestern dann glücklicherweise nicht, aber es war wirklich schweinekalt und neblig. Aufgrund der Temperatur haben wir die Pausen sehr kurz gehalten, bei der Abfahrt vom Kaltenbronner Hochmoor habe ich mir sehnlichst lange Handschuhe gewünscht… Unglaublich dieses Wetter!

Unsere erste gemeinsame Tour hat trotzdem sehr viel Spaß gemacht und gezeigt dass wir konditionell ungefähr auf dem gleichen Level sind. Schwarzwald wir kommen!


Mai 10 2006

Tour: Bad Herrenalb – Teufelsmühle

Am vergangenen Sonntag habe ich wieder das Bike aufs Auto gepackt und bin nach Bad Herrenalb gefahren um die Teufelsmühle zu erklimmen (GPS-Daten gibts hier). Das Streckenprofil lässt es schon vermuten: Die Strecke ist mit ihren ca. 1350hm kein Kinderspaziergang (zumindest nicht für meine Verhältnisse)!

Nach einer kurzen Tragepassage gleich am Start sind die ersten Höhenmeter gut fahrbar, der Weg führt dann ein wenig ins Unterholz und einen sandigen verblockten Hügel hoch. Als Zwischenziel winkt der Bernsteinfels samt Aussichtsturm.

Das nächste Ziel ist Loffenau, eine schöner kleiner Schwarzwaldort wie aus dem Bilderbuch. Die Abfahrt nach Loffenau erfolgt größtenteils auf tollen Singletrails. Allerdings sollte man sein Bike technisch wirklich gut beherrschen, mir ist an einer ausgesetzten verblockten Stelle das Vorderrad weggerutscht was zu einem Abflug geführt hat. Bis auf Abschürfungen an Unterarm und Schulter ist aber glücklicherweise nichts passiert :-)

Von Loffenau gehts dann wieder richtig knackig nach oben. Da die Anstiege echt steil sind, und die Sonne gnadenlos gebrannt hat, habe ich stellenweise ein wenig geschoben um meine Kräfte einzuteilen. Die letzten Höhenmeter zur Teufelsmühle haben sich zu einer sehr anstrengenden Tragepassage auf einem schmalen Wanderweg (eher Kletterweg) entwickelt. Ich hatte mich allerdings an dieser Stelle nicht an die GPS-Route gehalten, vielleicht wäre das js etwas verträglicher gewesen.

Die Teufelsmühle war von zahlreichen Wanderern und Radfahrern bevölkert, so dass ich nur drinnen einen Platz bekommen habe. Auf Getränke und Kuchen musste ich dann 15Minuten warten, na ja….

Von der Teufelsmühle führt ein Wiesen-Bach-Weg abwärts bevor der letzte Anstieg der Tour ruft. Im Anschluss daran gehts eigentlich nur noch bergab, teils auf Schotter teils auf Waldtrails.

Fazit: Schön aber sehr anspruchsvoll, Anforderungen an Kondition und Technik nicht unterschätzen!


Apr 23 2006

Tour: Über die Höhen von Bad Herrenalb

Beim stöbern auf www.gps-tour.info bin ich auf die folgende Tour gestoßen:
Ü
ber die Höhen von Bad Herrenalb.

Bei strahlendem Sonnenschein habe ich die Tour heute in Angriff genommen, Start war um 12.30h am Park&Ride-Parkplatz des Bad Herrenalber Bahnhofs.

Die ersten 10km geht es eigentlich nur bergauf, wobei die Steigungen größtenteils moderat und gut fahrbar ausfallen. Die Streckenführung gibt immer wieder tolle Ausblicke auf das Albtal frei, und auch die Schäden die Sturm Lothar hinterlassen hat sind weithin sichtbar. In den höheren Regionen war es heute sehr windig, und ich war wirklich froh das ich meinen Windstopper dabei hatte. Die nächsten 10km sind ein auf und ab, teilweise entlang des Bergkamms mit herrlichen Ausblicken.

Bei KM 20 habe ich dann die erste kleine Rast gemacht und den Kaiser-Wilhelm-Turm bestiegen. Grandioser Ausblick!

Der Weg führt dann vorbei am Hohlohsee und Wildsee, zwei sogenannten Hochmooren. Die direkten Wege über die Hochmoore führen über kleine Holzplankenwege, hier ist schieben angesagt. Angesichts der vielen Wanderer wäre Fahren sowieso nicht möglich gewesen. Trotzdem eine nette Abwechslung und Erholung für meine heute etwas angegriffenen Hintern. Gleich zu Beginn des ersten Holzplankenwegs hat mich fast der Schlag getroffen: Da lagen gut und gerne noch 10cm Schnee. Für mich eine völlig neue Erfahrung mein Bike mit Sommerklamotten über Schnee zu schieben. Cool!

Kurz vor der Grünhütte wartet dann auch die erste kurze Trail-Einlage. Weiter geht´s an einigen Hütten vorbei (es gibt unzählige entlang der Route), bis ca. bei KM 28 eine rasante Schotterabfahrt über 7 km Länge ins Eyachtal führt.

Unten angekommen wartet dann nochmal ein ca.5 km langer Anstieg zum Dobel, der recht kräftezehrend ist. Allerdings wird die Mühe mit der letzten knackigen Abfahrt zurück nach Bad Herrenalb belohnt. Ein Teil der Abfahrt geht über verwurzelte und steinige Trails – für mich der Höhepunkt der Tour.

Die Tour hat wirklich sehr viel Spaß gemacht, ich bin sie bestimmt nicht das letzte Mal gefahren und kann sie allen mit GPS ausgerüsteten Bikern wärmstens empfehlen. Das Wetter war heute wirklich herrlich, und bis auf eine abgesprungene Kette blieb ich vom Pannenteufel verschont.