Tag 42 – Abschied

Datum: 13-Juli-2008
Route: Vancouver
Tageskilometer: 70
Wetter: sonnig, 27°

Jeder Urlaub geht irgendwann zu Ende, und auch meine 6 Wochen (& Andrejas 2,5 Wochen) sind nun leider vorbei. Wir sitzen im Flieger und 9,5h Flugzeit trennen uns noch vom Frankfurter Flughafen… :-(

Wir waren heute bei Deborah und Jens zum Mittagessen eingeladen, es gab seeehr leckere Salate mit Hühnchen-Fleisch. Vielen Dank nochmal an euch beide für die nette Einladung – es hat gut geschmeckt und Spaß gemacht mit euch zu quatschen!

Anschließend wollten wir uns im Roots-Outletstore die schicken und normalerweise sauteuren Canada-Westen kaufen, leider gab es die dort aber nur in den Größen XL-XXL… :-( Dann halt nicht!

Da wir noch Zeit hatten sind wir zum Stanleypark gefahren und dort ein wenig herumgeschlendert.

Gegen 19 Uhr waren wir an der Mietwagenabgabestation von National, die Abgabeprozedur selbst dauerte keine 3 Minuten. Insgesamt 8755 km habe ich in den letzten 6 Wochen mit dem Auto zurückgelegt, deutlich mehr als ursprünglich geplant. Der Ford Escape war ein zuverlässiger und komfortabler Wagen und ist uns sogar ein wenig ans Herz gewachsen. Einen SUV zu mieten war eine sehr gute Entscheidung – die erhöhte Sitzposition, die größere Bodenfreiheit und das erweiterte Stauvolumen im Vergleich zur Mittelklasse waren den geringen Aufpreis definitiv wert! Der Verbrauch hielt sich mit ca. 9 Litern auf 100 km für einen Wagen mit Allradantrieb, Automatik und 6-Zylindern auch in Grenzen.

Was dürft ihr von diesem Reiseblog nun noch erwarten? Ich werde in den nächsten Wochen nach und nach Bilder zu den Tagesberichten hinzufügen, ich denke (& hoffe) es werden einige Sehenswerte dabei sein. Irgendwann werde ich auch noch ein paar Reisetips veröffentlichen für alle die selbst mal Urlaub in den von uns bereisten Gebieten machen wollen. Stay tuned!

Tag 41 – Whale Watching ohne Wale, Teil 2

Datum: 12-Juli-2008
Route: Vancouver
Tageskilometer: 30
Wetter: sonnig, 26°
Unterkunft: Coast Vancouver Airport Hotel, RMS3
Wildlife: Weißkopfseeadler, Delphine, Porpoises, Seehunde

Heute morgen haben wir richtig ausgeschlafen, und sind um 14 h zur zweiten Whale-Watching-Tour gestartet. Schon vor der Tour hat man uns darauf hingewiesen dass die Wale immer noch nicht gesichtet wurden, da heute aber unserer letzte Möglichkeit war wollten wir es nochmal versuchen.

Wir hatten ein anderes Boot welches deutlich schnell und leiser war als das gestrige. Im Prinzip haben wir wieder die gleichen Tiere wie gestern gesehen, die Wale haben sich leider ein weiteres Mal rar gemacht. Schade. Die Tour war trotzdem sehr schön, das Wetter war traumhaft und wir sind lange durch die Inselwelt der Gulf-Islands gecruist. Auf meiner Rangliste der schönsten bzw. lebenswertesten Plätze stehen diese Inseln ganz oben. Also wieder Lotto spielen in Deutschland – die billigsten Anwesen starten bei einer Mio.

Nach der Tour haben wir etwas gegessen und sind danach entlang der toll angelegten Spazierwege in Steveston Village gelaufen. An jeder Ecke gibt es etwas Interessantes zu entdecken: Alte Fischfabriken, Tafeln mit historischen Infos und Fotos, Denkmäler, Parks, alte Fischerboote… Kurzum: Ein gelungener Tagesausklang!

Tag 40 – Whale Watching ohne Wale

Datum: 11-Juli-2008
Route: Vancouver
Tageskilometer: 60
Wetter: sonnig, 25°
Unterkunft: Coast Vancouver Airport Hotel, RMS3
Wildlife: Weißkopfseeadler, Delphine, Seehunde, Koyoten

Pünktlich um 8.30h hatten wir uns bei tollem Wetter bei Steveston Seabreeze Adventures eingefunden, voller Vorfreude auf die bevorstehenden Walbegegnungen. Zusammen mit ca. 20 weiteren Whale-Watchern und einer Tourleiterin ging es in einem Aluminiumboot mit windgeschütztem Aufbau auf Pirschfahrt.

Wegen des stürmischen Wetters waren in den letzten beiden Tagen keine Whalewatching-Boote gestartet, so dass niemand wusste wo sich die Wale heute befinden würden. Die verschiedenen Tour-Anbieter haben sich zu einem Netzwerk zusammen geschlossen und tauschen per Funk ihre Positionen aus wenn Wale gesichtet werden. Alle Anbieter unterstützen die WWOANW Guidelines, d.h. die Touren werden möglichst wal-schonend durchgeführt (Mindestabstände werden eingehalten etc.), und ein Teil der Gebühren wird zum Schutz und der Erforschung der Tiere verwendet. Ein Aspekt der uns ganz wichtig war (in Teneriffa haben wir auf eine Tour verzichtet da wir keinen Anbieter gefunden haben der die Richtlinien unterstützt).

Gleich zu Beginn sahen wir einige Weißkopfseeadler und etwas später erspähte Andreja einige scheue Delphine.

Die Fahrt führte bis zu den wunderschönen Gulf Islands, die ich schon bei meiner Fährüberfahrt nach Victoria so bewundert hatte. Es gibt auf diesen Inseln unglaubliche Anwesen die einsam am Strand oder auf Steilklippen liegen, die Bewohner können sozusagen vom Wintergarten aus den Walen zuschauen.

Wir sind dann noch an einer kleinen Seehund-Insel vorbeigekommen, die kleinen Racker lagen hier faul in der Sonne und haben uns mit ihren großen Augen angeschaut.

Wale ließen sich aber leider keine blicken, so dass wir nach 5,5 h Fahrt etwas enttäuscht wieder an Land gingen. Das ist halt das Risiko dass man eingeht wenn man die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten möchte. Vom Touranbieter gibt es in so einem Fall einen Gutschein für eine weitere Tour. Wir haben daher gleich für morgen Mittag nochmal Plätze reserviert, was unsere Zeitplanung ganz schön durcheinander bringt.

Steveston ist eine idylische Siedlung die direkt am Fraser River liegt. Da über den Fraser River ein Großteil der pazifischen Lachse in ihr Laichgebiete in den Rockies zurückschwimmen hatte sich hier schon früh Fischfang- und Verarbeitungsindustrie angesiedelt. Heute ist davon nicht mehr viel übrig da die Regierung regulierend eingreift um die Bestände zu schützen. Geblieben ist eine schöne Waterfront mit vielen Restaurants, wir haben hier sehr gut gespeist.

Am Nachmittag gings zur Metrotown im Stadtteil Burnaby, der größten Shoppingmall Vancouvers. Mehrere Gebäude sind über Fußgängerbrücken miteinander verbunden, der totale Konsum-Overkill! Der ganze Komplex ist so derart riesig und unübersichtlich dass sich nicht mal die shoppingcenter-erprobte Andreja zurechtfand. Mit genügend Zeit (= mehrere Tage) und Geld lässt sich hier sicherlich gut einkaufen.

Fix und alle von dem anstrengenden Tag haben wir uns auf die Suche nach dem Locarno-Beach gemacht, um dort einen alten Freund&Kollegen zu treffen den ich schon 8 Jahre nicht mehr gesehen habe. Nach einstündiger Suche hatten wir es geschafft und den Strand und damit auch Jens mit seiner Beachhandball-Gruppe gefunden. Es ist schön nach so langer Zeit mal wieder zu quatschen!

Tag 39 – Vancouver per Bus, Skytrain und Seabus

Datum: 10-Juli-2008
Route: Vancouver
Tageskilometer: 0
Wetter: sonnig, 21°
Unterkunft: Coast Vancouver Airport Hotel, RMS3

Wir sind heute früh losgezogen und haben uns in einem 7-Eleven Bargeld und zwei Tagestickets für das Nahverkehrsnetz von Vancouver besorgt. Die Tickets kosten 9 CAD pro Person und gelten für alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Los gings mit dem Bus, die Fahrt nach Downtown dauerte ca. 30 Minuten. Die City-Skyline ist absolut beeindruckend: Zahlreiche verspiegelte Wolkenkratzer, im Vordergrund das Meer, im Hintergrund Berge. Wow! Keine der bisher von mir besuchten nordamerikanischen Großstädte kann Vancouver diesbezüglich das Wasser reichen!

Wir waren erstmal überrascht wie stressfrei es verkehrstechnisch in der Innenstadt zugeht. Vom Robson Viertel mit seinen Hochhäusern und Shopping Malls sind wir hinunter an die Waterfront gelaufen. Dort fällt das Waterfront Centre mit seiner ungewöhnlichen Architektur ins Auge (erinnert ein wenig an ein Segelschiff). Weiter gings in die Gastown, der idyllischen “Altstadt” Vancouvers mit zahlreichen Souvenierläden und tollen Bars und Restaurants. Hier steht auch die Gastown Steam Clock, einer Standuhr die zu jeder vollen Stunde Wasserdampf ablässt und dabei eine Melodie trällert. Eigentlich wollten wir uns noch Chinatown anschauen, sind dann aber schnell wieder umgedreht als wir bemerkten dass wir unversehens in einer ziemlich üblen Gegend gelandet waren. Ich habe noch nie so viele kaputte Typen, Junkies etc. auf einem Haufen gesehen.

Als nächstes sind wir mit dem Sea-Bus (= Passagierfähre) nach Nord-Vancouver übergesetzt. Von dort hat man einen guten Blick auf die Skyline. Wir sind durch nette kleine Marktstände geschlendert und haben leckeren selbst zusammen gestellten Fruchtsalat gegessen.

Wieder zurück an der Waterfront haben wir uns in einen Skytrain gesetzt, zwei Linien führen über teils hochgelegene Trassen durch das erweiterte Stadtgebiet. Normalerweise hat man während der Fahrt sicherlich einen guten Ausblick (so eine Art Sightseeing-Tour), allerdings herrschte gerade der “Feierabendverkehr” und der Zug war propevoll. Wenig Platz = kein Ausblick = kein Spaß = zurück zum Start.

Zum Abschluß habe ich Andreja in die Old Spaghetti Factory in Gastown geschleppt, und wir haben ein weiteres Mal lecker gespeist.

Tag 38 – Marathon-Shopping

Datum: 09-Juli-2008
Route: Seattle – Vancouver
Tageskilometer: 250
Wetter: sonnig, 24°
Unterkunft: Coast Vancouver Airport Hotel, RMS3

Ca. 70 km nördlich von Seattle bei Tulalip liegt das Seattle Premium Outlet Center, Ziel Andrejas schlafloser Nächte. In über 110 Läden hat man hier die Möglichkeit die hart verdiente Kohle auszugeben – was wir dann auch getan haben :-) . Obwohl vor allem Andreja dabei noch zurückhaltend war hatten wir nach 6h Marathon-Shopping einige Tüten zu schleppen…

Die Fahrt bis zur kanadischen Grenze war ebenso unspektakulär wie der Grenzübertritt. Ohne Wartezeit waren wir nach kurzem Interview durch die Grenzbeamtin wieder auf kanadischem Boden, das Ganze dauerte keine 3 Minuten.

Die Unterkunftspreise in Vancouver sind jetzt in der Hauptsaison gesalzen. Wir haben daher wieder eine Unterkunft nahe des Flughafens gewählt, Downtown ist einfach zu teuer.

PROs:
- sauber
- schönes Zimmer
- kostenloses Wifi

CONTRAs:
- teuer (112 CAD + Tax)
- Parkgebür 6 CAD/Tag (auf Website mit kostenlosem Parken geworben, wurde angeblich erst vor kurzem eingeführt)
- kein Frühstück

Tag 37 – Downtown Seattle

Datum: 08-Juli-2008
Route: Seattle
Tageskilometer: 60
Wetter: sonnig, 24°
Unterkunft: Sleep Inn, RMS2

Gleich zu Beginn ein gut gemeinter Tipp für Alle die mit dem Auto vom Flughafen Seatac nach Seattle Downtown wollen: Der Highway 99/105 führt wesentlicher stressfreier zum Ziel als die Interstate 5. Wir haben das heute leider erst bei der Rückfahrt von Downtown herausgefunden.

Wir haben das Auto am Seattle Center geparkt (6 USD/Tag). Neben einigen Museen und einem kleinen Vergnügungspark (beides haben wir links liegen gelassen) steht hier das Wahrzeichen der Stadt, der Seattle Spaceneedle. Auf eine Fahrt hoch zur Spaceneedle-Aussichtsplattform haben wir allerdings verzichtet, 15 USD pro Person waren uns definitiv zu teuer!

Mit der Monorail-Bahn sind wir zum relativ zentral gelegenen Westlake-Center gefahren um die City zu Fuß zu erkunden…

1. Pike Place Market
Verwinkelte Marktzeile mit Flair, Ess- und Lebensmittel-Ständen

2. Waterfront
Zahlreiche Piers mit Restaurants, verschiedene Ausflugsboote und Fähren legen hier ab

3. Pioneer-Square
Hier hat es uns am besten gefallen. Tolles Altstadtviertel mit vielen restaurierten (Backstein-)Gebäuden, Galerien, Restaurants Bars etc. Wir haben uns hier auch den Klondike Gold Rush Historic Park angeschaut, einem sehr informativen “Museum” welches den Goldrausch zur Jahrhundertwende zum Thema hat. Viele Glücksritter sind von Seattle aus nach Norden gestartet, anhand von fünf Biografien lassen sich die Stationen der Reisen interaktiv nachvollziehen. Die passenden Einrichtung mit “alten” Goldgräberutensilien und der freie Eintritt machen das Museum zum Pflichtbesuch beim Seattle-Aufenthalt!

4. Retail Core
In dem Geschäftsviertel stehen einige sehenswerte Wolkenkratzer

Zum Abschluss hatten wir das beste Essen des bisherigen Urlaubs. Im Westlake-Center haben wir in einem Mediterran-Restaurant zwei wirklich fabelhafte Salate gegessen – oh mann, wie ich die europäische Küche vermisst habe… Der “Koch” hat eine deutsche Ehefrau, er erzählte uns wie anstrengend und angsteinflössend das Fahren auf deutschen Autobahnen sei. Na ja, schlimmer als die Interstate 5 ist es definitiv nicht!

Tag 36 – Großstadt-Chaos

Datum: 07-Juli-2008
Route: Astoria – Seattle
Tageskilometer: 360
Wetter: sonnig, 24°
Unterkunft: Sleep Inn, RMS2

Heute haben wir endgültig die Beschaulichkeit der ländlichen Gegenden hinter uns gelassen. Mit Portland, Tacoma und Seattle liegen gleich drei Großstädte bzw. Industriezentren im westlichen Washington. Die Fahrt bis Seattle auf der 5-spurigen Interstate 5 machte wegen des starken Verkehrs daher auch nur wenig Spaß.

Wir haben unterwegs kurze Stops im Mt. St. Helens Visitor Center und im Regierungsbezirk von Olympia eingelegt. Der Regierungsbezirk von Washingtons Hauptstadt verfügt über wirklich sehenswerte Gebäude und schöne Parkanlagen.

Unser Motel (Sleep Inn) liegt nicht direkt in Seattle Downtown sondern nahe des Flughafens. Die Motels in der City sind jetzt zur Hauptsaison richtig teuer.

PROs
- sehr sauber
- free Wifi
- Frühstück
- schönes Zimmer

CONTRAs
- relativ teuer (90 USD + Tax)
- 25 km bis Downtown

Nach dem Einchecken wollten wir noch den Washington Park besichtigen, was in einer 90 minütigen Irrfahrt endete. Es ist wirklich unglaublich wie viel Verkehr sich durch die Straßen quält. Einmal falsch abbiegen und man hat richtig Spaß. Die Interstate hat stellenweise 6 Spuren (in eine Richtung), man braucht starke Nerven um von der ganz rechten Spur auf die ganz linke zu kommen weil dort ne Abfahrt ist (ja, links) während der Verkehr kaum eine Lücke lässt und sich keiner hier an die Geschwindigkeitsregeln hält.

Irgendwann hatten wir den Park dann gefunden und für einen japanischen Garten 10 USD Eintritt bezahlt. Der Garten war zwar nett angelegt aber nach 10 Minuten waren wir trotz langsamer Gangart schon durch. Na ja.

Für heute hatten wir beide genug und sind zurück ins Motel gefahren.

Tag 35 – Entlang Oregons wilder Küste

Datum: 06-Juli-2008
Route: Florence – Astoria
Tageskilometer: 360
Wetter: bewölkt, 19°
Unterkunft: Crest Motel, RMS3

Da es im Motel kein Frühstück gab sind wir nebenan in ein Öko-Cafe gegangen (vor 8 Jahren wussten die Amis nicht mal wie Öko geschrieben wird). Ergebnis: Es dauerte Ewigkeiten, war sehr teuer und hat nur mäßig geschmeckt…

Wir sind heute den ganzen Tag dem bekannten Highway 101 nach Norden gefolgt. Der Highway verläuft stehts nahe der Küste, ich war allerdings ein wenig enttäuscht dass er selten direkt an der Küste verläuft. Den Highway 1 in Kalifornien habe ich diesbezüglich besser in Erinnerung. Entlang der Strecke gibt es unzählige Viewpoints, Picknick-Plätze und Parkplätze.

Die Küste ist wunderschön, alles ist sehr grün und die Felsen fallen steil ab ins Meer. Es war heute sehr windig und oft diesig, typisches Küstenwetter also.

Die heutigen Highlights:

1. Oregon Sand Dunes – Riesige Sanddünen direkt am Pazifik

2. Sea Lion Caves – Kommerzieller Aussichtspunkt auf eine Seelöwenkolonie. Ein Aufzug führt außerdem hinunter zu einer Meereshöhle die ebenfalls von Seelöwen bevölkert ist (die Burschen stinken ganz schön).

3. Hectea Lighthouse – Der angeblich meist fotografierte Leuchtturm der Welt. Ein kurzer Weg führt hinauf zum Turm der eigentlich ziemlich unspektakulär ist.

4. Cape Mears
Idyllische kleine Siedlung direkt am Meer

Wegen der vielen Stops und der kurvigen Strecke sind wir erst gegen 19h in Astoria, unserem heutigen Tagesziel, angekommen. Die Motelpreise sind in der Region ziemlich gesalzen, nach kurzer Suche haben wir uns für das Crest Motel (78 USD + Tax) entschieden.

PROs
- ruhiges Zimmer
- free Wifi
- Meerblick

CONTRAs
- in die Jahre gekommen
- mäßig sauber

Tag 34 – Richtung Küste

Datum: 05-Juli-2008
Route: Prineville – Florence
Tageskilometer: 340
Wetter: wechselhaft, 24°
Unterkunft: Lighthouse Inn, RMS3

Heute war kein sonderlich spannender Tag, nach einem Minimalfrühstück sind wir gegen 9.30h Richtung Pazifik aufgebrochen.

Ich hatte gestern Abend noch lange vergeblich versucht über das Internet eine bezahlbare Unterkunft in Florence zu buchen. Wegen der beginnenden Urlaubszeit und dem 3-Tage-Wochenende (gestern war Independence Day) waren alle Unterkünfte < 170 USD ausgebucht. Heute morgen hatte ich dann doch noch Glück und konnte im Lighthouse Inn telefonisch ein Zimmer für 80 USD + Tax reservieren.

PROs
- kostenloses Wifi
- sauber
- zentrale Lage

CONTRAs
- Fenster lassen sich nicht öffnen
- Straßenlärm

Die Strecke führte ohne größere Höhepunkte über die Cascade Mountains, vorbei an der Großstadt Eugene bis zum nach Florence. Die trockenen Prärien haben wir nun endgültig hinter uns gelassen, hier in Küstennähe ist wieder alles sehr grün. Es ist auch deutlich kühler und regnerisch heute.

Florence ist ein kleines Nest mit einer netten Flussufer-Promenade, es geht hier angenehm beschaulich zu. Wir haben in einem Restaurant ganz passable Spaghetti gegessen (eigentlich waren es keine Spaghetti, aber egal), und mir hat von einem Glas Fat Tire Beer der Helm gekreist (muss ein Starkbier gewesen sein :-) ).

Tag 33 – Abseits ausgetretener Pfade

Datum: 04-Juli-2008
Route: Baker City – Prineville
Tageskilometer: 370
Wetter: meist sonnig, vereinzelt Schauer, 28°
Unterkunft: Econo Lodge, RMS4

Heute morgen um 5 Uhr wurde unsere Nachtruhe empfindlich gestört, der Gast über uns machte mit aufgedrehtem TV und tobenden Kindern die Nacht zum Tag. Leute gibt’s….

Die heutige Strecke führte uns über die Highways 7 & 26 und war einfach traumhaft. Von bergiger Prärie bis zu dichten Wäldern war alles dabei, und es herrschte so gut wie kein Verkehr.

Höhepunkt des heutigen Tages war das John Day Fossil Beds National Monument. Es handelt sich dabei um drei getrennte Areale die mit farbenprächtigen erodierten Geländeformationen aufwarten.

Im ersten Bereich, dem Sheep Rock Areal, haben wir das Visitor Center aufgesucht um uns Kartenmaterial zu besorgen und die dort ausgestellten Fossilienfunde anzuschauen. Der anwesende Parkranger (mit deutschen Vorfahren) hat uns gleich ins Herz geschlossen und uns mit Informationen überhäuft. Wir hatten keine Chance seiner Videovorführung zu entkommen, die dann aber doch ganz interessant war. Im Anschluss daran hat er uns außerhalb des Centers noch viele Dinge zu den geologischen Besonderheiten der Gegend erklärt. Der Ranger ist ein echt liebenswertes Unikat, leider haben wir es versäumt ein Foto von ihm zu machen. Dafür haben wir uns auf seine Bitte hin in das Gästebuch eingetragen. Da die Gegend recht unbekannt ist verirren sich wohl vergleichsweise wenige ausländische Touristen hierher, und er war ganz scharf auf einen deutschen Eintrag :-)

Die Besonderheit der Gegend liegt darin dass erdgeschichtlich alte Gesteinsschichten “offen” liegen die normalerweise durch jüngere Gesteinsschichten überlagert sind. Auslöser dafür war ein Erdbeben das zu einem Grabenbruch geführt hat, die Erosion hat den Rest besorgt. Daher gibt es hier auch unzählige Fossilienfunde aus der “Nach-Dinosaurier-Zeit” (ich habe die korrekte Bezeichnung vergessen…).

Wir sind im Sheep Rock Bereich zwei kleine “Wander”-Pfade gelaufen die durch karge Landschaften mit grün-schimmerndes Gestein führten. Sonderbar schön! Entlang der Pfade sind Knochenfunde ausgestellt die uns aber weniger interessierten.

Der Painted Hills Bereich liegt ca. 40 km weiter westlich, hier gibt es sagenhaft intensiv farbene Berge. Die Landschaft hat uns beide umgehauen, wirklich einzigartig. Es gibt verschiedene Pfade von welchen wir zwei kurze gelaufen sind (Painted Cove Trail und Overlook, beide sehr empfehlenswert!).

Prineville ist ein hübsches Städtchen mit deutlich niedrigerem Preisniveau als im ca. 50 km entfernten Bend. Wir sind in der Econo Lodge untergekommen.

PROs
- kostenloses Wifi
- sauber
- zentrale Lage
- sehr günstig (60 USD)

CONTRAs
- Zimmer stinkt
- Wifi funktioniert nur im Gang
- kein Abluftsystem im Bad/Toilette