Tag 18 – Wanderung zum Eiffel Lake

Datum: 20-06-2010
Route: Mosquito Creek Campground – Lake Louise – Moraine Lake
Tageskilometer: 68 km
Wetter: warm, wolkenlos bis bewölkt
Campground: Lake Louise Campground, RCS4

Die Nacht war wirklich kalt, aber in unseren warmen Schlafsäcken haben wir nicht gefroren.

In Lake Louise angekommen haben wir die wichtigsten Einkäufe erledigt und uns im Visitor Center eine Wanderkarte geholt. Die Beraterin dort hat uns unter anderem den Trail zum Eiffel Lake empfohlen, welchen wir heute gewandert sind.

Wir sind gegen 10.30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein am Moraine Lake (den ich einfach super-idyllisch finde) gestartet. Der Weg schlängelte sich zunächst 2,5 km durch den Wald, stetig bergauf und ohne sonderlich gute Ausblicke. Die restlichen 3 km bis zum Eiffel Lake Aussichtspunkt sind aber der Hammer. Die immer lichter werdende Bewaldung gibt fantastische Blicke auf den tiefer liegenden Moraine Lake und schneebedeckte Bergketten frei. Wir mussten einige Restschneefelder queren, welche aber gut zu meistern waren. An den gegenüberliegenden Berghängen gingen immer wieder kleine Lawinen mit lautem Gepolter ab. Der Eiffel Lake an sich ist nichts besonderes, aber bei dieser Wanderung ist der Weg das Ziel. 5 Sterne von mir! Wir haben ca. 12 Kilometer und 370 Höhenmeter zurückgelegt, der höchste Punkt lag auf etwas mehr als 2.300 Meter Höhe.

Zurück am Moraine Lake haben wir uns Kaffee und Muffins gegönnt, und im RV einen kleinen Nachmittagsschlaf. Andreja war trotzdem fertig wie ein Schnitzel :-)
Danach sind wir noch ein wenig am Lake Louise rumspaziert. Der See ist wirklich schön, aber der Besucherandrang enorm.

Übernachten tun wir auf dem Lake Louise Campground, der wirklich nichts besonderes ist (aber lokal der einzige Campground).

PROs:
- Dump-Station
- Stromanschluß

CONTRAs:
- Stellplätze sind nicht sonderlich schön
- Zwei RVs teilen sich einen Stellplatz
- laut (Bahnlinie in unmittelbarer Nähe)

Tag 17 – Icefield Parkway

Datum: 19-06-2010
Route: Jasper – Mosquito Creek Campground
Tageskilometer: 172 km
Wetter: warm, wolkenlos bis bewölkt
Campground: Mosquito Creek Campground, RCS3

Auch heute starteten wir früh in den Tag, bereits um 8.30 Uhr hatten wir gedumpt und waren abfahrbereit. Das frühe Aufstehen wurde durch wolkenlosen blauen Himmel belohnt. Die Fahrt führte uns heute über den Icefield Parkway in Richtung Süden. Zu der Strecke hatte ich ja bereits in meinem 2008er-Bericht einiges geschrieben, daher lassen wir dieses Jahr einfach die Bilder sprechen.

Wir nächtigen heute auf dem Mosquito Creek Campground der an einem kleinen Flüsschen liegt. Mosquitos haben sich aber glücklicherweise noch keine blicken lassen. Da der Campground auf 1820 M.ü.N. liegt könnte die Nacht etwas kühler ausfallen. Warten wirs mal ab.

PROs:
- Lage ganz okay

CONTRAs:
- keine Dump-Station

Tag 16 – Wandern in kurzen Hosen

Datum: 18-06-2010
Route: Jasper
Tageskilometer: 44 km
Wetter: heiß, ab späten Nachmittag bewölkt
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute sind wir früh in den Tag gestartet da wir wandern gehen wollten. Gesagt getan, wir waren um kurz nach neun Uhr auf dem Parkplatz des Valley of the Five Lakes. Der gleichnamige Wanderweg führt vorbei an fünf Seen mit Postkarten-Qualitäten. Er ist sehr schön angelegt und führte uns mal steil mal eben über Wurzelpfade durch Auen und Wälder. Wir haben die große Runde gemacht, welche den ersten und größten See komplett umrundet. In der Summe waren es 8,5 km die sehr empfehlenswert sind. Da es heute richtig heiß war sind wir sogar ins Schwitzen gekommen. Andreja hat sich dazu hinreisen lassen im T-Shirt zu wandern, und ich habe sogar die Hosenbeine abgemacht.

Zurück am RV haben wir erst mal eine Mittagspause am Flussufer mit belegten Broten und einem kurzen Nickerchen gemacht. Traumhaft.

Weiter gings zum Lac Beauvert der nahe bei Jasper liegt. Der Wanderweg konnte uns aber nicht überzeugen, da ein Großteil durch einen Golfplatz führt und nur auf der befestigten Straße gelaufen werden durfte. Wir habe nach kurzer Zeit kehrt gemacht und sind zurück nach Jasper. Am Ortseingang hatte sich eine Herde Wapiti-Kühe niedergelassen. Ich war schon verwundert wo die sich verstecken, denn vor zwei Jahren standen Wapitis an jeder Ecke während wir dieses Jahr noch kaum welche gesehen haben.

Da es mal wieder Zeit war die Wäsche zu waschen haben wir uns eine Laundry mit Cafe und Wlan gesucht. Die Zeit verging wie im Flug und Andreja war glücklich über die saubere Wäsche. Danach hat Andreja einen Stadtbummel gemacht während ich den Jasper Discovery Trail gelaufen bin. Der ist nicht zu empfehlen, da er auf einigen Abschnitten direkt an der Hauptstraße entlang führt. Da in der Stadt außerdem die Schilder fehlen habe ich mich irgendwann “verlaufen” und bin zurück zum RV.

Andreja ist dann erstmalig mit dem RV gefahren und hat die 4 km bis zum Campground gut gemeistert. Wir haben heute einen anderen Stellplatz der etwas offener ist und uns gut gefällt. Vielleicht schauen die Wapitis ja hier mal vorbei.

Tag 15 – Maligne Lake & Pyramid Lake

Datum: 17-06-2010
Route: Jasper – Malgine Lake
Tageskilometer: 140 km
Wetter: bewölkt, Nachmittag sonig
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute morgen haben wir zuerst einige Erledigungen in Jasper gemacht. Danach ging es auf der Maligne Lake Road zum Maligne Canyon. Wir sind bis ganz nach unten zur 5th Bridge gewandert, und mussten entsprechend auch die ganze Strecke wieder zurück. Puh.

Auf dem Weg zum Maligne Lake sind wir dann wieder Zeuge der Unvernunft bei Touristen geworden. Unweit der Straße graste ein stattlicher Wapiti-Bulle, und eine ganze Horde fotogeiler Touris hatte natürlich nichts besseres zu tun als sich dem Tier bis auf wenige Meter zu Fuß zu nähern. Ständig wird man im Park davor gewarnt weil Wapitis ganz schön aggressiv werden können, aber viele scheint das nicht zu interessieren. Ganz abgesehen davon dass sich die Tiere durch zu viel Nähe sicherlich auch gestört fühlen. Was hätte ich gelacht wenn der Bulle heute einen aufs Geweih genommen hätte. Unterwegs haben wir dann auch noch schöne Dickhornschafe und einige Rehe beobachten können.

Am Maligne Lake war es deutlich kälter als in Jasper, was sicherlich auch mit der Höhe zu tun hatte (1700 M.ü.N.). Wir haben uns zur Bootstour zu Spirit Island angemeldet (55 CAD pro Person) und ruck-zuck waren wir meiner Horde französischer Touristen im warmen Boot unterwegs zum malerischen Eiland. Blauer Himmel war uns leider nicht vergönnt, aber wenigstens regnete es nicht. Die Fahrt war wirklich schön und nach 45 Minuten hatten wir 10 Minuten Zeit um ein gutes Foto von Spirit Island zu schießen. Die Kulisse mit den schneebedeckten Bergen ist aber wirklich malerisch. Die Rückfahrt verbrachte ich auf dem Heck im Freien um die Natur wenigstens in Ruhe genießen zu können (was bei dem Geschnatter drinnen nicht möglich war).

Wir sind dann noch von Jasper aus noch zum Pyramid Lake gefahren und haben dort die warme Sonne genossen. Der See ist richtig schön (ich weiß ich wiederhole mich), und dient den Jasperanern als Badesee (sind halt abgehärtete Kanadier, uns würden da keine 10 Pferde reinbekommen).

Andreja hat zum Abendessen Spaghetti mit Pesto-Sauce gezaubert, und anschließend auch noch ein warmes Campfeuer entfacht. Geht doch!

Tag 14 – Jasper

Datum: 16-06-2010
Route: Purden Lake PP – Jasper
Tageskilometer: 325 km
Wetter: sonnig & warm
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute morgen haben wir das erste mal “verschlafen” und mussten uns dann etwas beeilen um die Zeit aufzuholen. Der Verlauf des Yellowhead Highway hat mir sehr gut gefallen. Kaum Verkehr, Wälder, Farmland  und immer wieder die Rockies am Horizont. Das Wetter und unsere Stimmung war prächtig, und wir freuten uns schon auf Jasper.

Den ersten Stopp haben wir an den Rearguard Falls gemacht, dort wurde seit meinem letzten Besuch eine schöne Aussichtsplattform nahe der Stromschnellen gebaut. Lachse gab es zu der Jahreszeit natürlich keine zu sehen.

Am Mount Robson PP angekommen haben wir ein Mittagspause am Visitor Information Center gemacht und selbiges besucht. Zeitweise konnten wir sogar den Gipfel des höchsten Berges der kanadischen Rocky Mountains sehen.

Am Moose Lake haben wir einen weiteren Fotostopp gemacht. Elche gab es zwar keine zu sehen, dafür zwei französische Biker die vor 4 Wochen mit dem Fahrrad in Vanouver gestartet sind und bis Oktober Quebec erreichen wollen. Chapeau! Ich habe den beiden zwei Müsliriegel vermacht und sie auf ein Bier eingeladen falls sie es heute noch auf den 60km entfernten Campground schaffen sollten.

In Jasper angekommen haben wir einen Bummel durch das Städtchen gemacht und Andreja hat keinen Souvenierladen ausgelassen. Mir gefällt Jasper wirklich gut da es so übersichtlich ist und die Menschen einen wirklich entspannten Eindruck machen. Wir haben dann noch einen Burger verdrückt in dem Pub in dem ich schon vor zwei Jahren Stammgast war. Es hat wieder geschmeckt und Internet gab es auch umsonst. Außerdem hängen dort immer die Locals ab, es ist echt interessant deren Treiben zu verfolgen.

Weiter gings zum Whistlers Campgound. Ich hatte gestern glücklichweise reserviert sonst hätten wir heute keinen Platz mit Stromanschluß bekommen (= kein Fön + schlechte Laune bei Andreja). Nach einer ätzend langen Warteschlange am Eingang haben wir dann unseren Platz bezogen. Der Campgound ist riesig: Auf dem Fußweg zur Dusche (um mich zu rasieren) und zurück habe ich 4,2 km zurückgelegt.

Hier im Campgound ist auch eine Herde Wapitis heimisch. Da die Kühe im Moment Nachwuchs haben und leicht reizbar sind wird entsprechend davor gewarnt. Bisher hat sich aber noch kein Wapiti blicken lassen. Dafür hat uns ein freches Eichhörnchen besucht, es wollte Andrejas Kekse klauen. Nicht mit uns, wir waren schneller! Es ist dann enttäuscht abgezogen, jedoch nicht ohne uns ein Andenken auf dem Tisch zu hinterlassen…

PROs:
- weitläufige Anlage
- Stromanschluss
- Dumpstation

CONTRAs:
- Massencampgound mit 780 Stellplätzen
- lange Wartezeit bei Einfahrt

Tag 13 – Halbzeit

Datum: 15-06-2010
Route: Tyhee Lake PP – Purden Lake PP
Tageskilometer: 423 km
Wetter: wechselhaft, sonnig ab Nachmittag
Campground: Purden Lake PP, RCS2

Unglaublich aber wahr: Wir haben bereits Urlaubs-Halbzeit. Bisher haben wir 3923 km zurückgelegt und unser Trip durch den (wundervollen) Norden liegt hinter uns.
Der nächste Urlaubsabschnitt beginnt quasi morgen: Die Nationalparks der Rocky Mountains.

Die Fahrt auf dem Yellohead Highway war heute wieder unspektakulär, die Strecke eher monoton. Ab Houston hatten wir die Coast Mountains hinter uns gelassen und fuhren auf der vergleichsweise stark befahrenen Straße durch hügelige und waldreiche Gebiete mit vielen Seen.

Nach Prince George (welches wir beide ziemlich hässlich finden) wurde der Verkehr deutlich weniger und die Rockies rückenten wieder in Blickfeld. Bei bestem Wetter haben wir unser heutiges Nachtquartier, der Purden Lake PP, bezogen.

PROs:
- weitläufige Anlage
- schöner Strand
- tolles See-Panorama
- Dumpstation

CONTRAs:
- keine Stellplätze direkt am See

Es gibt hier einen netten Trail am Ufer zum herrlichen Strand. Wir haben beide die Sonne und das tolle Panorama genossen, und springenden Fischen bei der Jagd nach Insekten zugesehen.

Andreja hat einen schmackhafte Tomatensuppe gezaubert die wir mit Käse-Baguette verschlungen haben. Gleich versuche ich mich noch mal mit dem Camp-Feuer. Uns gehts halt richtig gut!

Tag 12 – Zurück in der Zivilisation

Datum: 14-06-2010
Route: Meziadin Lake PP – Tyhee Lake PP
Tageskilometer: 313 km
Wetter: wechselhaft, abends sonnig
Campground: Tyhee Lake PP, RCS3

Nachdem wir in den letzten Tagen durch die Weite und Einsamkeit des Nordens gereist sind, haben wir heute spätestens mit der Ortschaft Kitwanga wieder den dichter besiedelten Teil BCs erreicht. Bei Kitwanga haben wir auch den Cassiar Highway verlassen und sind nun auf dem Yellowhead Highway (HWY 16) in Richtung Osten unterwegs. Mit der dichteren Besiedlung geht auch deutlich mehr Verkehr einher, daran musste ich mich erst mal wieder gewöhnen. Die Streckenführung war stets schön aber vergleichsweise unspektakulär. Wir haben natürlich auch wieder Schwarzbären gesehen, aber das ist ja schon fast keine Erwähnung mehr wert.

In Old Hazelton haben wir einen Stopp eingelegt um das ´Ksan Historical Village zu besichtigen. Es handelt sich um nachgebaute Langhäuser des lokalen Gitxsan Indianerstammes. Wir haben eine Führung gebucht und durften mit Guide und deutscher Audiobegleitung drei der Langhäuser von innen besichtigen. Die Führung ist sehr informativ und stimmungsvoll aufgebaut, und die 10 CAD pro Person definitiv wert.

Mit Smithers erreichten wir dann mal wieder eine “richtige” Stadt, was wir nutzen um zu tanken, einzukaufen und Burger zu essen (Kochen entfällt damit für heute).

Wir übernachten heute im Tyhee Lake PP, der unmittelbar an die Ortschaft Telkwa grenzt.

PROs:
- weitläufige Anlage
- Strandzugang
- Dumpstation

CONTRAs:
- keine Stellplätze direkt am See

Tag 11 – Gletschertour in Alaska

Datum: 13-06-2010
Route: Stewart – Salmon Glacier – Meziadin Lake PP
Tageskilometer: 141 km
Wetter: regnerisch und kühl
Campground: Meziadin Lake PP, RCS1

Nach einem gemütlichen Tagesbeginn stand die “Einreise” nach Alaska an. Auf US-Seite gibt es allerdings keinerlei Grenzkontrollen, so dass sogar Andreja visumfrei einreisen durfte. Das Grenzörtchen Hyder ist nur über Stewart erreichbar und hat keine Straßenanbindung zu anderen Orten in Alaska. In Hyder ist der Hund begraben, wir nutzen es nur als Durchgangsstation auf der Fahrt zum Salmon Glacier.

Erster Stopp auf der extrem schlechten Schotterpiste war der Fish Creek. Hier wurde eine Beobachtungsplattform entlang eines Fluss angelegt um Bären zu beobachten. Ab Mitte Juli schwimmen hier Lachse flussaufwärts zu ihren Laichplätzen, was wiederum jede Menge Bären anlockt. Heute war jedoch kein Lachs und auch kein Bär zu sehen.

Die Piste windet sich danach teilweis extrem ruppig und steil den Berg hinauf. An manchen Stellen hatte ich etwas Bedenken bzgl. unseres RVs dass definitiv nicht für solche Strecken ausgelegt ist (uns sind nur wenige Geländewagen und Pick-Ups begegnet). Am Ende ist aber alles gut gegangen.

Absoluter Höhepunkt ist dann nach ca. 40km auf etwa 1000 M.ü.N. der Ausblick auf den Salmon Glacier. Das Wetter war inzwischen deutlich schlechter geworden, und Nebel zog auf. Der Ausblick war trotzdem gigantisch, wir beide haben noch nie einen so gewaltigen Gletscher gesehen. Leider mussten wir jetzt die Buckelpiste wieder zurück, was knapp 2 Stunden in Anspruch nahm.

Bei der Rückfahrt nach Stewart gibt es eine Grenzkontrolle, die Grenzbeamtin war freundlich und die Einreise schnell erledigt. Nach einem Tankstop entschieden wir auf dem Highway 37A zurück bis Meziadin Junction zurück zu fahren, und dort im Provinzpark zu übernachten. Der Park ist mal wieder ein Traum, schade dass das Wetter heute nicht so gut ist. Ausgestattet mit Moskitonetz-Kopfbedeckung (welche hier dringend erforderlich ist) haben wir am Strand noch ein wenig den Ausblick genossen, bevor wir uns ins RV zurückgezogen haben.

PROs:
- Stellplätze direkt am See
- Sehr gepflegte Anlage
- Wlan für 5 CAD verfügbar

CONTRAs:
- keine Dumpstation

Das Akku-Lade-Problem ist übrigens gelöst. Ganz wie Mc Gyver habe ich aus Alufolie den fehlenden Stromabnehmer für das 12V-Ladegerät gebastelt, und die Kabel (die ich beim ersten Versuch durchtrennt hatte) mit Heftpflaster zusammen geklebt. Funktioniert! Ich würde ja gerne als Beweis ein Bild einstellen, habe aber Angst dass ich es dann nicht mehr zusammengebaut bekomme… Danke Schwester fürs Angebot mit dem Ersatzladegerät!

Tag 10 – Cassiar Highway

Datum: 12-06-2010
Route: Boya Lake PP – Stewart
Tageskilometer: 557 km
Wetter: von Wolkenbruch + Sturm bis Sonnenschein
Campground: Bear River RV Park, RCS3

Über Nacht hatte ein kräftiger kalter Wind aufgezogen, die Zelt-Camper auf den Nachbarplätzen sind daher schon früh abgereist. Uns störte das recht wenig, wir haben mit der Gasheizung vorm Frühstück gut eingeheizt. Da unsere Abwasser-Tanks voll waren, und Andreja mal wieder Anspruch auf eine Fönbenutzung (= Stromanschluss) hatte, mussten wir den ursprünglichen Plan auf einem schön gelegenen PP zu übernachten aufgeben, da dieser über keinerlei Services verfügte.

Mit dem Gnat Pass (1241 M.ü.N.) überquerten wir den höchsten Punkt der heutigen Strecke. Laut Reiseführer muss das Panorama hier toll sein, nur leider haben wir aufgrund der Wolkensuppe nichts davon mitbekommen. Der Cassiar Highway war hier stellenweise mit tiefen Schlaglöcher übersät, dazu kam noch ein rechtes Unwetter mit Sturm und Regen auf. Wir kamen daher nur langsam vorwärts.

Bei Iskut gab es die einzigen beiden Campgrounds mit Services im Umkreis von 250km. Wir haben uns beide angeschaut und entschieden heute noch weiter zu fahren bis Stewart. Es macht einfach keinen Spaß bei dem schlechten Wetter auf ungepflegten Campingplätzen rumzuhängen. Auf der Weiterfahrt riss dann und wann mal die Wolkendecke auf und gab unvergleichliche Panoramen frei. Ich verliebe mich immer mehr in diese Ecke Kanadas.

Irgendwann haben wir eine Schwarzbärenmutter mit zwei Kleinen gesehen, die waren echt putzig und Andreja ganz aus dem Häuschen.

Bei der Meziadin Junction nahmen wir den Highway 37A nach Stewart. Die Strecke hat mich an Vancouver Island erinnert, unglaublich grüne Berghänge (hier ist das regenreichste Gebiet BCs), schneebedeckte Gipfel und die Straße schlängelt sich kurvig hindurch. Auf halber Strecke kommt dann noch der Bear Glacier ins Blickfeld – sehr beeindruckend!

Stewart ist ein idylisches Nest mit ein paar Versorgungseinrichtungen und dörflichem Treiben, wir haben uns hier gleich wohl gefühlt. Eigentlich wollten wir auf dem Rainey Creek Campgound übernachten, doch der hatte geschlossen. Untergekommen sind wir jetzt im Bear River RV Park, der auch ganz okay ist.

PROs:
- freundlicher + hilfsbereiter Besitzer
- freies Wlan
- Full HookUp

CONTRAs:
- RV-Park-Flair

Ich muss mich heute Abend noch um ein technisches Problem größeren Ausmaßes kümmern: Das Akku-Ladegerät meines Fotos funktioniert nicht da ein Teil fehlt. Ich war zu dusslig es zu hause noch mal auszuprobieren, jetzt haben wir den Salat. Die (Spezial-)Akkus reichen max. noch den morgigen Tag, dann ist Sense. Ich hab gestern schon etwas gebastelt was aber nicht funktioniert hat, drückt uns die Daumen dass es heute klappt. An Beschaffung eines Ersatz-Ladegerätes ist hier nicht zu denen…

Ach ja: Danke für die netten Kommentare!

Tag 09 – Mehr geht nicht

Datum: 11-06-2010
Route: Liard River Hot Springs PP – Boya Lake PP
Tageskilometer: 323 km
Wetter: warm, abends windig und kühler
Campground: Boya Lake PP, RCS1

Mehr geht nicht! Wir sitzen gerade im Wohnmobil mit Blick direkt auf den See, essen Spaghetti, und beobachten von unserem “Wohnzimmer” aus mit dem Fernglas einen Weißkopfseeadler und einen Scharzbären am anderen Seeufer. Der See schimmert türkis-grün, ist eingerahmt von dichtem Wald und als Kulisse dienen Berge mit schneebedeckten Gipfeln. Dieses Setting ist eigentlich nicht zu toppen, auch nicht in den Rockies. Unglaublich.

PROs:
- perfekte Lage
- viele Stellplätze direkt am See
- sehr gepflegt

CONTRAs:
- keine Dump-Station

Heute morgen wurden wir bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel wach. Nach dem Frühstück bin ich noch mal in die Hotsprings gestiegen, das ersparte mir die Dusche :-) Weiter ging es auf dem Alaska Highway in Richtung Norden, kurz nach dem Campground konnten wir wieder einen Bison beobachten. Irgendwann haben wir dann die Provinzgrenze passiert: Welcome to the Yukon! Unglaublich wie lange wir gebraucht haben um British Columbia zu durchqueren, die Provinz ist immerhin 2,5 mal so groß wie Deutschland.

Das Tierbeobachtungsglück war uns ein weiteres mal hold: Zuerst konnten wir eine Schwarzbärenmutter samt Nachwuchs beobachten, und dann einen (kleinen) Grizzly der sich am Straßenrand einen kleinen Tierkadaver schmecken lies. Ich hätte nie damit gerechnet hier einen Grizzly zu Gesicht zu bekommen.

Mit Watson Lake erreichten wir den nördlichsten Ort unserer Reise. Der Ort ist nicht sonderlich sehenswert, bietet aber mit dem Sign Post Forest eine ganz besondere Touristenattraktion. Beim Bau des Alaska Highways hatte ein GI aus Heimweh ein Schild mit dem Ortsnamen seines Heimatortes an einen Baum genagelt. Inzwischen sind mehrere 1000 Schilder hinzugekommen, und man kann tatsächlich von einem Schilderwald sprechen. Wir hatten zu hause einen kleinen “Karlsruhe. Viel vor. Viel dahinter”-Aufkleber organisiert und Andreja hat ihn fachgerecht angebracht. Im Vergleich zu den vielen großen Schildern aus aller Welt wirkt er zwar ein wenig verloren, aber es geht ja schließlich ums Prinzip. Wir haben noch getankt und ein freies Wlan genutzt um den Tagesbericht zu aktualisieren, viel mehr hat der Ort nicht zu bieten.

Kurz nach Watson Lake sind wir dann auf den Highway 37 in Richtung Süden abgebogen. Der Highway trägt den Beinamen Cassiar Highway und ist noch mal ein gutes Stück ruhiger als der Alaska Highway. Es war sehr wenig Verkehr und wir haben die Fahrt sehr genossen, auch wenn die Strecke stellenweise nicht asphaltiert und dadurch etwas ruppig ist. Unser heutiges Tagesziel, der Boya Lake PP, haben wir um 16 Uhr erreicht.