Tag 20 – Tierische Nachbarn

Datum: 22-06-2010
Route: Banff – Field
Tageskilometer: 114 km
Wetter: regnerisch und kühler
Campground: Kicking Horse, RCS4

Das Highlight des Tages gab es heute schon kurz nach dem Frühstück. Zwei ausgewachsene Bären, ein Grizzlybär und ein Schwarzbär, streiften etwa 100 Meter entfernt von unserem Stellplatz durch die Wälder. Wir konnten sie minutenlang beobachten und waren ganz fasziniert. Die beiden sind auf dem Campingplatz ein bekanntes Duo wie wir bei der Ausfahrt erfahren haben. Überhaupt war heute mal wieder ein Bärentag, wir konnten auf unserer Fahrt mehrere Grizzlybären beobachten.

Da das Wetter schlecht und Andreja von der morgendlichen Beobachtung nachhaltig beeindruckt war, haben wir die geplante Halbtageswanderung, die unweit unseres Campingplatzes beginnt, ausfallen lassen. Stattdessen haben wir uns die ehemalige Bergbausiedlung Bankhead angeschaut, welche ich allerdings schon kannte.

Die Fahrt auf dem Highway 1 von Banff nach Lake Louise ist derzeit eine Großbaustelle. Zum einen werden neue Spuren gebaut, zum anderen jede Menge Brücken angelegt um den Tieren eine sichere Überquerung der viel befahrenen Straße zu ermöglichen. Einige der Brücken wurden als Pilotprojhekten bereits vor Jahren gebaut und mit Kameras die Tierbewegungen erfasst. Der Erfolg gibt dem Projekt recht, die Tiere haben die neuen “Traversen” angenommen und nutzen sie regelmäßig. Eine gute Sache also.

Weiter ging die Fahrt in Richtung Osten in den Yoho Nationalpark. Am Spiral Tunnel haben wir knapp einen Zug verpasst. Schade. Bereits vor zwei Jahren war es mir nicht vergönnt einen Zug bei der Einfahrt in die Tunnels zu beobachten.

Wir haben dann sehr früh im Kicking Horse Campground nahe Field eingecheckt und den Tag wegen des schlechten Wetters mit lesen und Filme schauen verbracht. Urlaub vom Urlaub sozusagen.

PROs:
- Dump-Station

CONTRAs:
- Platz nicht sonderlich schön angelegt
- Stellplätze nahe an (wenig befahrener) Straße

Tag 19 – Banff

Datum: 21-06-2010
Route: Lake Louise – Banff
Tageskilometer: 68 km
Wetter: warm, wolkenlos bis bewölkt
Campground: Two Jack Main, RCS3

Heute morgen sind wir auf dem alten Highway 1a nach Banff gefahren. Unterwegs haben sich “nur” Dickhornschafe blicken lassen, Bären haben wir schon seit Tagen keine mehr gesehen.

Nach einem ausgiebigen Stadtbummel (Andreja hat nichts gekauft, dafür ich einen Kapuzenpulli) haben wir bei der Old Spaghetti Factory lecker gegessen. Wir haben natürlich nichts ausgelassen: Brot mit Knoblauchbutter, Salat, Hähnchenbrust mit Beilage und ein Eis zum Abschluss. Danach waren wir so pappsatt dass wir uns kaum noch bewegen konnten.

Weiter ging es auf der Tunnel Mountain Road mit einigen guten Ausblicken auf das Fairmont Banff Springs Hotel und das Tal des Bow River. Einige unspektakuläre Hoodoos gibt es auch zu sehen.

Als nächstes haben wir beim Campground eingecheckt. Wir haben uns für den ruhigen Two Jack Main entschieden der etwas auserhalb liegt. Die Anlage ist extrem weitläufig und naturbelassen. Der erste uns zugewiesene Stellplatz hatte allerdings eine starke Schräglage so dass wir um einen anderen gebeten haben.

PROs:
- weitläufige Anlage mit viel Platz
- Dump-Station

CONTRAs:
- Plätze teilweise sehr uneben
- Flair

Wir sind danach zum schönen Two Jack Lake gefahren, und dann zum weniger schönen Minnewanka Lake und haben ein wenig die Sonne genossen. In der Gegend gibt es sehr viel Dickhornschafe die des öfteren die Straße blockieren weil sie dort Mineralien lecken.

Zurück am Campground haben wir einige Kalorienbomben verdrückt die wir in Banff gekauft hatten (uns ist immer noch ganz komisch, wahrscheinlich ein Zuckerschock). Das Campfeuer hatte den Namen heute wirklich verdient, so langsam haben wir den Dreh raus!

Tag 18 – Wanderung zum Eiffel Lake

Datum: 20-06-2010
Route: Mosquito Creek Campground – Lake Louise – Moraine Lake
Tageskilometer: 68 km
Wetter: warm, wolkenlos bis bewölkt
Campground: Lake Louise Campground, RCS4

Die Nacht war wirklich kalt, aber in unseren warmen Schlafsäcken haben wir nicht gefroren.

In Lake Louise angekommen haben wir die wichtigsten Einkäufe erledigt und uns im Visitor Center eine Wanderkarte geholt. Die Beraterin dort hat uns unter anderem den Trail zum Eiffel Lake empfohlen, welchen wir heute gewandert sind.

Wir sind gegen 10.30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein am Moraine Lake (den ich einfach super-idyllisch finde) gestartet. Der Weg schlängelte sich zunächst 2,5 km durch den Wald, stetig bergauf und ohne sonderlich gute Ausblicke. Die restlichen 3 km bis zum Eiffel Lake Aussichtspunkt sind aber der Hammer. Die immer lichter werdende Bewaldung gibt fantastische Blicke auf den tiefer liegenden Moraine Lake und schneebedeckte Bergketten frei. Wir mussten einige Restschneefelder queren, welche aber gut zu meistern waren. An den gegenüberliegenden Berghängen gingen immer wieder kleine Lawinen mit lautem Gepolter ab. Der Eiffel Lake an sich ist nichts besonderes, aber bei dieser Wanderung ist der Weg das Ziel. 5 Sterne von mir! Wir haben ca. 12 Kilometer und 370 Höhenmeter zurückgelegt, der höchste Punkt lag auf etwas mehr als 2.300 Meter Höhe.

Zurück am Moraine Lake haben wir uns Kaffee und Muffins gegönnt, und im RV einen kleinen Nachmittagsschlaf. Andreja war trotzdem fertig wie ein Schnitzel :-)
Danach sind wir noch ein wenig am Lake Louise rumspaziert. Der See ist wirklich schön, aber der Besucherandrang enorm.

Übernachten tun wir auf dem Lake Louise Campground, der wirklich nichts besonderes ist (aber lokal der einzige Campground).

PROs:
- Dump-Station
- Stromanschluß

CONTRAs:
- Stellplätze sind nicht sonderlich schön
- Zwei RVs teilen sich einen Stellplatz
- laut (Bahnlinie in unmittelbarer Nähe)

Tag 17 – Icefield Parkway

Datum: 19-06-2010
Route: Jasper – Mosquito Creek Campground
Tageskilometer: 172 km
Wetter: warm, wolkenlos bis bewölkt
Campground: Mosquito Creek Campground, RCS3

Auch heute starteten wir früh in den Tag, bereits um 8.30 Uhr hatten wir gedumpt und waren abfahrbereit. Das frühe Aufstehen wurde durch wolkenlosen blauen Himmel belohnt. Die Fahrt führte uns heute über den Icefield Parkway in Richtung Süden. Zu der Strecke hatte ich ja bereits in meinem 2008er-Bericht einiges geschrieben, daher lassen wir dieses Jahr einfach die Bilder sprechen.

Wir nächtigen heute auf dem Mosquito Creek Campground der an einem kleinen Flüsschen liegt. Mosquitos haben sich aber glücklicherweise noch keine blicken lassen. Da der Campground auf 1820 M.ü.N. liegt könnte die Nacht etwas kühler ausfallen. Warten wirs mal ab.

PROs:
- Lage ganz okay

CONTRAs:
- keine Dump-Station

Tag 16 – Wandern in kurzen Hosen

Datum: 18-06-2010
Route: Jasper
Tageskilometer: 44 km
Wetter: heiß, ab späten Nachmittag bewölkt
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute sind wir früh in den Tag gestartet da wir wandern gehen wollten. Gesagt getan, wir waren um kurz nach neun Uhr auf dem Parkplatz des Valley of the Five Lakes. Der gleichnamige Wanderweg führt vorbei an fünf Seen mit Postkarten-Qualitäten. Er ist sehr schön angelegt und führte uns mal steil mal eben über Wurzelpfade durch Auen und Wälder. Wir haben die große Runde gemacht, welche den ersten und größten See komplett umrundet. In der Summe waren es 8,5 km die sehr empfehlenswert sind. Da es heute richtig heiß war sind wir sogar ins Schwitzen gekommen. Andreja hat sich dazu hinreisen lassen im T-Shirt zu wandern, und ich habe sogar die Hosenbeine abgemacht.

Zurück am RV haben wir erst mal eine Mittagspause am Flussufer mit belegten Broten und einem kurzen Nickerchen gemacht. Traumhaft.

Weiter gings zum Lac Beauvert der nahe bei Jasper liegt. Der Wanderweg konnte uns aber nicht überzeugen, da ein Großteil durch einen Golfplatz führt und nur auf der befestigten Straße gelaufen werden durfte. Wir habe nach kurzer Zeit kehrt gemacht und sind zurück nach Jasper. Am Ortseingang hatte sich eine Herde Wapiti-Kühe niedergelassen. Ich war schon verwundert wo die sich verstecken, denn vor zwei Jahren standen Wapitis an jeder Ecke während wir dieses Jahr noch kaum welche gesehen haben.

Da es mal wieder Zeit war die Wäsche zu waschen haben wir uns eine Laundry mit Cafe und Wlan gesucht. Die Zeit verging wie im Flug und Andreja war glücklich über die saubere Wäsche. Danach hat Andreja einen Stadtbummel gemacht während ich den Jasper Discovery Trail gelaufen bin. Der ist nicht zu empfehlen, da er auf einigen Abschnitten direkt an der Hauptstraße entlang führt. Da in der Stadt außerdem die Schilder fehlen habe ich mich irgendwann “verlaufen” und bin zurück zum RV.

Andreja ist dann erstmalig mit dem RV gefahren und hat die 4 km bis zum Campground gut gemeistert. Wir haben heute einen anderen Stellplatz der etwas offener ist und uns gut gefällt. Vielleicht schauen die Wapitis ja hier mal vorbei.

Tag 15 – Maligne Lake & Pyramid Lake

Datum: 17-06-2010
Route: Jasper – Malgine Lake
Tageskilometer: 140 km
Wetter: bewölkt, Nachmittag sonig
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute morgen haben wir zuerst einige Erledigungen in Jasper gemacht. Danach ging es auf der Maligne Lake Road zum Maligne Canyon. Wir sind bis ganz nach unten zur 5th Bridge gewandert, und mussten entsprechend auch die ganze Strecke wieder zurück. Puh.

Auf dem Weg zum Maligne Lake sind wir dann wieder Zeuge der Unvernunft bei Touristen geworden. Unweit der Straße graste ein stattlicher Wapiti-Bulle, und eine ganze Horde fotogeiler Touris hatte natürlich nichts besseres zu tun als sich dem Tier bis auf wenige Meter zu Fuß zu nähern. Ständig wird man im Park davor gewarnt weil Wapitis ganz schön aggressiv werden können, aber viele scheint das nicht zu interessieren. Ganz abgesehen davon dass sich die Tiere durch zu viel Nähe sicherlich auch gestört fühlen. Was hätte ich gelacht wenn der Bulle heute einen aufs Geweih genommen hätte. Unterwegs haben wir dann auch noch schöne Dickhornschafe und einige Rehe beobachten können.

Am Maligne Lake war es deutlich kälter als in Jasper, was sicherlich auch mit der Höhe zu tun hatte (1700 M.ü.N.). Wir haben uns zur Bootstour zu Spirit Island angemeldet (55 CAD pro Person) und ruck-zuck waren wir meiner Horde französischer Touristen im warmen Boot unterwegs zum malerischen Eiland. Blauer Himmel war uns leider nicht vergönnt, aber wenigstens regnete es nicht. Die Fahrt war wirklich schön und nach 45 Minuten hatten wir 10 Minuten Zeit um ein gutes Foto von Spirit Island zu schießen. Die Kulisse mit den schneebedeckten Bergen ist aber wirklich malerisch. Die Rückfahrt verbrachte ich auf dem Heck im Freien um die Natur wenigstens in Ruhe genießen zu können (was bei dem Geschnatter drinnen nicht möglich war).

Wir sind dann noch von Jasper aus noch zum Pyramid Lake gefahren und haben dort die warme Sonne genossen. Der See ist richtig schön (ich weiß ich wiederhole mich), und dient den Jasperanern als Badesee (sind halt abgehärtete Kanadier, uns würden da keine 10 Pferde reinbekommen).

Andreja hat zum Abendessen Spaghetti mit Pesto-Sauce gezaubert, und anschließend auch noch ein warmes Campfeuer entfacht. Geht doch!

Tag 14 – Jasper

Datum: 16-06-2010
Route: Purden Lake PP – Jasper
Tageskilometer: 325 km
Wetter: sonnig & warm
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute morgen haben wir das erste mal “verschlafen” und mussten uns dann etwas beeilen um die Zeit aufzuholen. Der Verlauf des Yellowhead Highway hat mir sehr gut gefallen. Kaum Verkehr, Wälder, Farmland  und immer wieder die Rockies am Horizont. Das Wetter und unsere Stimmung war prächtig, und wir freuten uns schon auf Jasper.

Den ersten Stopp haben wir an den Rearguard Falls gemacht, dort wurde seit meinem letzten Besuch eine schöne Aussichtsplattform nahe der Stromschnellen gebaut. Lachse gab es zu der Jahreszeit natürlich keine zu sehen.

Am Mount Robson PP angekommen haben wir ein Mittagspause am Visitor Information Center gemacht und selbiges besucht. Zeitweise konnten wir sogar den Gipfel des höchsten Berges der kanadischen Rocky Mountains sehen.

Am Moose Lake haben wir einen weiteren Fotostopp gemacht. Elche gab es zwar keine zu sehen, dafür zwei französische Biker die vor 4 Wochen mit dem Fahrrad in Vanouver gestartet sind und bis Oktober Quebec erreichen wollen. Chapeau! Ich habe den beiden zwei Müsliriegel vermacht und sie auf ein Bier eingeladen falls sie es heute noch auf den 60km entfernten Campground schaffen sollten.

In Jasper angekommen haben wir einen Bummel durch das Städtchen gemacht und Andreja hat keinen Souvenierladen ausgelassen. Mir gefällt Jasper wirklich gut da es so übersichtlich ist und die Menschen einen wirklich entspannten Eindruck machen. Wir haben dann noch einen Burger verdrückt in dem Pub in dem ich schon vor zwei Jahren Stammgast war. Es hat wieder geschmeckt und Internet gab es auch umsonst. Außerdem hängen dort immer die Locals ab, es ist echt interessant deren Treiben zu verfolgen.

Weiter gings zum Whistlers Campgound. Ich hatte gestern glücklichweise reserviert sonst hätten wir heute keinen Platz mit Stromanschluß bekommen (= kein Fön + schlechte Laune bei Andreja). Nach einer ätzend langen Warteschlange am Eingang haben wir dann unseren Platz bezogen. Der Campgound ist riesig: Auf dem Fußweg zur Dusche (um mich zu rasieren) und zurück habe ich 4,2 km zurückgelegt.

Hier im Campgound ist auch eine Herde Wapitis heimisch. Da die Kühe im Moment Nachwuchs haben und leicht reizbar sind wird entsprechend davor gewarnt. Bisher hat sich aber noch kein Wapiti blicken lassen. Dafür hat uns ein freches Eichhörnchen besucht, es wollte Andrejas Kekse klauen. Nicht mit uns, wir waren schneller! Es ist dann enttäuscht abgezogen, jedoch nicht ohne uns ein Andenken auf dem Tisch zu hinterlassen…

PROs:
- weitläufige Anlage
- Stromanschluss
- Dumpstation

CONTRAs:
- Massencampgound mit 780 Stellplätzen
- lange Wartezeit bei Einfahrt

Tag 24 – Zu zweit unterwegs

Datum: 25-Juni-2008
Route: Calgary
Tageskilometer: 60
Wetter: leicht bewölkt, 21°
Unterkunft: Econo Lodge University, RMS2

Seit 9:50h sind wir nun gemeinsam unterwegs und ich freue mich sehr auf die vor uns liegende Zeit! Andrejas Flug war okay, wenn auch anstregend und kalt (AirTransat hatte wohl die Klimaanlage zu kalt eingestellt).

Nach einer kleinen Pause im Motel sind wir mit der S-Bahn nach Downtown gefahren. Das erste was schon von weitem ins Auge sticht ist die Skyline mit dem Calgary Tower. In Downtown gibt es nicht so furchtbar viel zu sehen: Einige nette Wolkenkratzer, eine schöne aber recht kurze Fußgängerzone und natürlich viele Shoppingmalls.

Im 4. Stock der Mall Toronto Dominion Square befinden sich die Devonian Gardens, eine nicht unbedingt schöne aber dafür ungewöhnliche Gartenlandschaft. In der Mall hatte Andreja auch Gelegenheit das Klamottenangebot + Preise zu checken. Wir wollen unsere große Einkaufstour aber auf die Outlets in USA Beschränken, die nochmal deutlich günstiger sind.

Beim Essen haben wir gleich mal kräftig daneben gegriffen, der WOK-Fraß war einfach unglaublich schlecht.

Nach einem kleinen Spaziergang zum Bow-River hatten wir nochmal einen guten Blick auf die Calgary-Skyline. Von hier aus sind wir zurück zur S-Bahn und dann ins Motel, bei Andreja forderte der lange Flug + Jetlag seinen Tribut.

Tag 23 – Nach Calgary

Datum: 24-Juni-2008
Route: Dinosaur PP – Calgary
Tageskilometer: 240
Wetter: wechselhaft
Unterkunft: Econo Lodge University, RMS2

Ich sollte das Glück nicht überstrapazieren… Heute Nacht hat es leicht geregnet, als ich heute morgen das Zelt abbauen wollte brach die Hölle los. Sturm + extremer Regen, unmöglich bei dem Wetter das Zelt abzubauen. Ich habe ne starke Stunde im Auto gewartet und als der Regen kurz aufhörte das Zelt abgebaut.

Die Gegend hier ist so trocken, ich kann mir wirklich nicht vorstellen dass diese Wassermassen die da runtergekommen sind typisch sind. Es muss am Zelt liegen.

Nachdem ich in Brooks gegessen und getankt hatte gings auf dem zweispurigen Highway No. 1 nach Calgary. Das einzig spannende auf der Fahrt war ein Koyote am Straßenrand, der sich aber schnell verdrückte als ich gebremst habe.

Eingecheckt habe ich für die nächsten beide Nächte in der Econo Lodge bei der Universität.

PROs:
- schönes großes Zimmer
- sauber
- free Wifi
- Pool + Gym (nutze ich aber nicht)

CONTRAs:
- teuer (116 CAD pro Nacht)
- Wifi funktioniert nur in der Lobby

Tag 22 – Zweite Halbzeit

Datum: 23-Juni-2008
Route: Dinosaur PP
Tageskilometer: 0
Wetter: sonnig und heiß
Unterkunft: Dinosaur PP Campground, RCS2

Die Nacht im Zelt war ein Traum: Es hat nicht geregnet, war nicht zu kalt, und herrlich ruhig. Lediglich das Geheule von Coyoten hat mich ein paar mal aus dem Schlaf gerissen, das hat aber super zum “Setting” hier gepasst.

Heute ist der 22te Tag meiner Reise, d.h. ich befinde mich bereits in der zweiten Halbzeit meiner 42tägigen Reise. Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist. Ich freue mich aber schon sehr auf die gemeinsame Zeit mit Andreja, die ich am Mittwoch morgen in Calgary endlich wieder in die Arme schließen kann.

Den heutigen Tag habe ich in aller Ruhe angehen lassen. Ich habe auf dem Campground um einen Tag verlängert, in der Hoffnung auf eine weitere trockene Nacht.

Im Dinosaur Provincal Park finden noch heute bedeutende Ausgrabungen von Dino-Knochen statt. Dieser Teil des Parks ist jedoch nicht zugänglich für Besucher (es gibt wohl die Möglichkeit entsprechend teure geführte Exkursionen zu buchen).

Neben dem Campground verfügt der öffentlich zugängliche Teil des Parks (wie bereits gestern beschrieben) über 5 kurze Trails die unterschiedliche Schwerpunkte haben. Drei davon bin ich gelaufen (ohne weitere Schlangenbegegnungen), allesamt sind toll gemacht. Den vierten haben mir leider die Mosquitos vergällt, die trotz Mückenspray in Schaaren über mich hergefallen sind und mich zur Umkehr gezwungen haben.

Die Landschaft hier ist unglaublich, man sollte meinen man wäre in New Mexiko und nicht in Kanada.

Es war heute richtig heiss und den Rest des Tages habe ich im Klappstuhl im Schatten der Bäume beim Zelt verbracht. Ich könnte es hier glatt noch ein paar Tage aushalten.