Tag 27 – Radeln im Stanley Park

Datum: 29-06-2010
Route: Vancouver
Wetter: bewölkt
Campground: Holiday Inn Express Riverport, RMS2

Wir hatten uns gestern bereits einen Daypass für die öffentlichen Verkehrsmittel gekauft, damit waren wir heute unterwegs. Zuerst sind wir mit dem SeaBus nach North Vancouver gefahren um dort durch die kleine Markthalle zu schlendern. Wir haben uns dann für 22 CAD Obstsalat gekauft, und alles an Ort und Stelle verputzt. Sehr lecker aber vielleicht ein wenig zu viel. So muss sich ein Vitaminschock anfühlen.

Zurück in Downtown wollten wir zum Stanley Park laufen. Als wir an einem Fahrradverleih vorbei gekommmen sind haben wir uns spontan dazu entschieden Bikes zu mieten. Andreja bekam ein Cityrad mit Korb, ich ein (unbequemes) Mountainbike. Der Fahrradweg zum Stanley Park führt am Coal Harbour vorbei, wo Hochhäuser und eine kleine Marina eine schöne Kulisse bilden.

Den Stanley Park haben wir auf dem Fahrradweg umrundet. Alles ist gut reglementiert: Max. 15 kmh, Fußgänger von Radfahrern getrennt, Schiebestrecken wo sich Fahrrad- und Fußgängerweg kreuzen. Für meinen Geschmack etwas zu viel des Guten. Der Stanley Park ist wirklich schön angelegt, und verfügt sogar über einen kleinen Strandabschnitt. Es sind wohl immer sehr viele Jogger, Rollerblader und natürlich Touristen unterwegs.

Nachdem wir die Bikes wieder abgegeben gönnten wir uns noch ein gutes Abschiedsessen in einem schicken Restaurant am Coal Harbour.

Da jeder Urlaub einmal zu Ende geht müssen auch wir morgen wieder den Heimweg antreten. Uns graut es schon vor den 10 Stunden Flug, aber wenigstens wartet ja zu Hause gutes Wetter auf uns. In diesem Sinne bis bald.

Tag 26 – Tschüss C19

Datum: 28-06-2010
Route: Vancouver
Tageskilometer: 30 km
Wetter: bewölkt
Campground: Holiday Inn Express Riverport, RMS2

Heute war es soweit, wir mussten uns vom lieb gewonnenen RV trennen. Nach einem für nordamerikanischen Verhältnisse reichhaltigen Frühstück sind wir zur Tankstelle gefahren um Sprit und Gas aufzufüllen. Da wir unsere Koffer bei der Cruise Canada Station in Delta deponiert hatten konnten wir erst dort packen, was aber kein Problem war. Die Fahrzeugrückgabe an sich war schnell erledigt, das hatten wir uns schlimmer vorgestellt.

Wir haben mit “unserem” C19 in den vergangenen Wochen insgesamt 6130 km pannen- und unfallfrei zurückgelegt, hier mal eine kurze Auflistung der Stärken und Schwächen die uns aufgefallen sind:

Stärken
- perfekt für 2 Personen
- wendig (im Vergleich zu anderen “Monster-RVs”)
- ausreichend Stauraum
- sehr geräumiger Alkoven
- Kühlschrank mit sehr guter Kühlleistung
- potenter V8-Motor

Schwächen
- lautes Fahrgeräusch (Motor + Chassisklappern)
- kleine Tanks (Abwasser + Frischwasser),  häufiges dumpen erforderlich
- kleine Nasszelle (ausreichend für uns)
- seitliche Einstiegstür war verzogen
- Durchschnittsverbrauch von 20 Litern auf 100 Kilometern

Wir hatten von Cruise Canada sowohl Personal-Kits (Schlafsäcke, Bettlacken, Kissen, Handtücher) als auch ein Vehicle-Kit (Geschirr, Küchenausstattung) übernommen. Beides war im Prinzip okay. Die gestellten Schlafsäcke haben wir nur als zusätzliche Decken verwendet da wir unsere eigenen Schlafsäcke dabei hatten. Die Cruise Canada Schlafsäcke waren leichte Sommerschlafsäcke und für die kalten Nächte eher nicht geeignet. Auch nicht so prickelnd waren sämtliche vorhandene Küchenmesser, die waren nämlich stumpf.

Zurück in Hotel gings mit dem Taxi. Wir haben nur kurz die Koffer abgestellt und sich dann mit Bus und Skytrain zur Vancouver Waterfront gefahren. In der Gastown sind wir dann durch einige Souvenierläden geschlendert und haben mal wieder in der Old Spaghetti Factory zu Mittag gegessen. Eigentlich wollten wir uns dieses mal ja die Chinatwon anschauen, sind aber (wie schon vor zwei Jahren) an der East Hastings gescheitert. Bei der Masse an zwielichtigen Gestalten dort haben wir lieber kehrt gemacht. Auch das obligatorische Shopping in der Robson Street durfte natürlich nicht fehlen, wir hatten uns aber recht gut im Griff und haben nur wenig gekauft.

Bei der Heimfahrt gab es dann noch eine Überraschung. Wir hatten die gleiche Busline wie gestern genommen (401), mit dem Unterschied dass diese an Wochentagen nicht zu “unserer” Haltestelle fährt. Der freundliche Busfahrer hat uns aber erklärt wie wir zur nächsten Haltestelle der Linie 403 kommen. Alles kein Problem :-)

Tag 25 – Ab ins Hotel

Datum: 27-06-2010
Route: Surrey – Richmond
Tageskilometer: 45 km
Wetter: bewölkt
Campground: Holiday Inn Express Riverport, RMS2

Ich bin heute früh aufgestanden um mir das Spiel Deutschland – England im Livestream anzuschauen. Es hat sich gelohnt :-)

Beim Frühstück waren Andreja und ich uns dann einig: Auf eine weitere Nacht in einem engen RV-Park können wir verzichten, wir nehmen uns ein Hotel. Alles andere wäre als Abschluss diesem tollen Urlaub nicht angemessen.

Wir haben also zuerst den Full HookUp am Stellplatz genutzt um zu dumpen und Frischwasser zu fassen. Da die Füllstandsanzeige des Abwassertanks schon längere Zeit nicht richtig funktionierte haben wir den Tank mit warmen Wasser “ausgespült”, und voilà es funktionierte wieder.

Für die Nacht von Dienstag auf Mittwoch hatten wir bereits eine Reservierung im Holiday Inn Express Riverport, dort haben wir heute morgen einfach noch zwei Tage “verlängert”. Kingsize Bett, großes Bad, Dusche, Fernseher – welche ein Luxus nach drei Wochen RV! Unser RV steht jetzt erst mal auf dem Parkplatz, wir wollen es morgen oder übermorgen abgeben.

PROs:
- Alles neu uns sauber
- großzügiges Zimmer
- sehr freundliches Personal
- freies Wlan / LAN
- kostenloser Parkplatz
- Bushaltestelle und Restaurants um dei Ecke

CONTRAs:
- Wlan funktioniert nur sehr unzuverlässig (habe inzwischen ein LAN-Kabel bekommen)
- Nachts etwas laut

Wir sind gegen Mittag mit dem Bus zur Metrotown Shoppingmall in Burnaby gefahren, was eine gute Stunde gedauert hat. Andreja hat kräftig geshoppt (aber wenig gekauft), während ich mich meistens eine gemütliche Sitzecke ausgesucht habe. Die Mall ist aber auch wirklich riesig.

Zurück gings mit Skytrain und Bus. Für heute reichts!

Tag 24 – Idylle adieu

Datum: 26-06-2010
Route: Manning PP – Surrey
Tageskilometer: 258 km
Wetter: bewölkt
Campground: Hazelmere RV Park, RCS5

Heute hieß es der Natur und den idyllischen Provinzparks adieu zu sagen und in das hektische Treiben der Vancouver-Metropolarea einzutauchen.

Zunächst sind wir aber unweit unseres Campingplatzes eine 8km lange Stichstraße zum Cascade Lookout hochgefahren. Wir waren früh dran und die einzigen Besucher weit und breit. Der Ausblick auf die umliegenden Berge war gut, und es gab jede Menge kleiner Tiere zu beobachten: Squirrels, Nutcracker-Vögel und ein Murmeltier.

Weiter ging es auf dem Crowsnest Highway, irgendwo haben wir noch einen kurzen Stopp gemacht um uns wilde Rhododendron-Gewächse im Wald anzuschauen. War ganz nett. Bei Hope sind wir dann auf den Highway 7 gewechselt. Eigentlich wollten wir uns dadurch die Fahrerei auf der “Autobahn” Highway 1 ersparen, kamen aber nur leidlich gut voran. Daher sind wir dann bei Mission doch auf den Highway 1 und sind im dichten Verkehr bis Surrey gefahren, einem südlichen Vorort Vancouvers.

Wir hatten geplant die kommenden Tage im Plaza RV Park zu übernachten. Als wir dort ankamen haben wir uns sofort dazu entschieden dies nicht zu tun. Komisches Stadtgebiet, Stellplätze auf engstem Raum, Dauerbewohner in Trailern etc. Der Schock saß tief zumal es nur sehr wenige Campgrounds mit Anbindung zu öffentlichen Verkehrsmitteln im Umfeld von Vancouver gibt.

Da wir müde waren sind wir erst mal wieder weiter “raus” gefahren und übernachten im Hazelmere RV Park. Den kann man allerdings auch vergessen und er hat keine Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Aber die Lage und das Umfeld ist trotzdem 100x besser als beim anderen.

Morgen versuchen wir unser Glück noch mal mehr in Stadtnähe. Drückt uns die Daumen.

PROs:
- Freies Wlan am Stellplatz
- Full HookUp

CONTRAs:
- Enge Stellplätze
- Keine Privatsphäre
- Beschallung von allen Seiten
- Teuer

Gerade im Moment dreht unser Nachbar (der einen Meter neben unserem RV sitzt) seinen Radio auf…

Tag 23 – Zwischenstopp im Manning PP

Datum: 25-06-2010
Route: Osoyoos – Manning PP
Tageskilometer: 201 km
Wetter: warm & wolkenlos
Campground: Coldspring CG, RCS2

Der Tag begann heute mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel. Eigentlich wollten wir heute bis Vancouver fahren, doch das tolle Wetter und die grandiose Landschaft nötigten uns zu einer Planänderung…

Wir fuhren zunächst auf dem Crowsnest Highway (Highway 3), westlich von Osooyoos ist es sehr hügelig und die Vegetation sehr trocken. Das Panorama war ein ums andere Mal beeindruckend, so ein Landschaftsbild hatten wir in diesem Teil Kanadas nicht erwartet. Einige verstreute Ranches säumten ebenfalls das Bild.

Ab Princeton wurde es dann wieder richtig bergig, wir passierten die Grenze zum Manning PP und am Allison Pass den mit 1.352 Meter ü. N. höchsten Punkt des heutigen Tages. Andreja hatte die Idee hier im Manning PP einen ungeplanten Übernachtungsstopp einzulegen, genügend Zeitpuffer haben wir ja. Einziges Problem: Unsere Abwassertanks waren voll und der Frischwassertank leer. Glücklicherweise fand sich unweit des Visitor Centers eine Dump Station.

Wir fuhren zuerst den Lightning Lake CG an, welcher aber leider keine freien Stellplätze mehr hatten. Nur zwei Kilometer weiter sind wir dann aber am Coldspring PP untergekommen. Auch dieser Campground ist wieder ein Traum, wir haben einen Stellplatz direkt am Fluss. Habe ich eigentlich schon erwähnt dass ich mich in die Provinzparks in BC verliebt habe?

PROs:
- Schöne Lage am Fluss
- große Stellplätze

Wir haben den ganzen Nachmittag mit lesen und Faulenzen in der Sonne zugebracht. Zum Abendessen gab es leckere selbstgemachte Pfannkuchen mit Philadelphia, Marmelade und Nutella. Andreja kümmert sich gerade ums Campfeuer, wenns klappt backen wir darauf noch Fladenbrot…

Tag 22 – BCs trockener Süden

Datum: 24-06-2010
Route: Yard Creek RP – Osoyoos
Tageskilometer: 321 km
Wetter: sehr warm
Campground: Haynes Point PP, RCS3

Wir fuhren heute auf dem Highway 97 in das Okanangan Valley. Diese Gegend ist bekannt als Wein- und Obstanbaugebiet Kanadas, das Klima ist in der Regel warm und trocken. Heute war es zwar stark bewölkt aber trotzdem sehr warm. Das Gebiet ist vergleichsweise stark besiedelt und der Verkehr auf den Straßen enorm. Daran mussten wir uns nach so viel Ruhe erst mal wieder gewöhnen.

Nördlich von Vernon sind wir auf den Westside Lake Drive gewechselt, einem kleinen Sträßchen welches zeitraubend am Westufer des Osoyoos Lake entlangführt. So sind wir aber zumindest eine zeit lang dem höllischen Verkehr auf dem Highway entkommen.

Zurück auf dem Highway 97 gab es jede Menge Obststände entlang der Straße. So richtig überzeugen konnte uns die Qualität der Früchte nicht, einen Becher gutschmeckender Kirschen haben wir dann aber doch noch ergattern können.

Ab dem Ort Summerland nahm der Verkehr ein wenig ab und das Landschaftsbild wurde eindrucksvoller. Die Vegetation hier erinnert uns stark an Südeuropa. Viele der Städtchen sind für nordamerikanische Verhältnisse außerdem recht ansehentlich.

Osoyoos liegt unweit der US-Grenze und hat angeblich das wärmste Klima in BC. Der Ort ist, wie viele Ortschaften im Okanangan, stark auf Tourismus eingestellt. Viele Kanadier scheinen hier ihren Sommerurlaub zu verbringen.

Unser Campground liegt auf einer Halbinsel die nadelförmig in den Osoyoos Lake hineinreicht. Der Platz ist recht klein und ständig voll belegt. Wir hatten bereits vor einigen Tagen reserviert, gereicht hat es trotzdem nur für einen Doppelstellplatz den wir uns mit einer zeltenden Familie teilen.

PROs:
- Schöne Lage auf einer Halbinsel im Osoyoos Lake

CONTRAs:
- Keine Dump-Station
- wenig Privatsphäre

Tag 21 – Durch Glacier und Revelstoke NP

Datum: 23-06-2010
Route: Kicking Horse CG – Yard Creek RP
Tageskilometer: 114 km
Wetter: schwül-warm, Nachmittags Gewitter
Campground: Yard Creek RP, RCS2

Da wir weder Cornflakes noch Brotvorräte hatten musste das Frühstück heute ausfallen. In Golden, einem kleinen schmucklosen Städtchen, konnten wir unsere Lebensmittelvorräte wieder auffüllen. Außerdem haben wir dort, im dritten Laden, auch das dringend benötigte chemische Zusatzmittel für die RV-Toilette bekommen. Jetzt konnte es weitergehen.

Der Trans Canada Highway führte uns in Richtung Westen durch die Nationalparks Glacier und Mount Revelstoke. Leider ist der Highway so stark befahren dass absolut kein “Nationalparkfeeling” aufkommen wollte. Die Bergkulisse ist zwar wunderschön, aber bedingt durch den starken Verkehr und fehlender Viewpoints konnten wir kein Fotostopps machen.

Wir haben unterwegs drei kurze Boardwalks begangen: Hemlock Grove Trail, Giant Cedars Trail, Skunk Cabbage Trail. Die beiden erstgenannten führen durch gemäßigten Regenwald, der nur hier soweit entfernt von der Küste vorkommt. Die feuchten winde regenen sich hier ab und ermöglichen so das Bestehen des Regenwaldes. Der Skunk Cabbage Trail führt durch eine Feuchtlandschaft und hat uns aber nicht so vom Hocker gehauen.

Kurz nach dem Ort Revelstoke veränderte sich das Landschaftsbild. Der  Trans Canada Highway verliert ständig an Höhe und führt nun vorbei an Seen und kleinen Ortschaften. Hier hat uns dann auch ein kräftiges Gewitter erwischt. Es kübelte wie aus Eimern und Sturmböen verlangten eine starke Hand am Lenkrad.

Untergekommen sind wir im Yard Creek Regionalpark. Wir hatten uns zuerst den gegenüberliegenden Cedar Creek Campgound angeschaut, der konnte uns aber nicht überzeugen. Der Yard Creek RP besticht durch seine Lage direkt im Regenwald. Unseren ersten Stellplatz haben wir allerdings wieder geräumt da er zu nahe am Highway lag, und uns zu laut war. Außerdem hatte ein Eichhörnchen diesen Platz als sein Revier auserkoren und ca. 1 Stunde lang ununterbrochen lautstark “gebellt”. Der kleine Racker hat gewonnen, wir sind abgezogen :-)

PROs:
- wunderschöne Plätze im Regenwald
- Dump-Station

CONTRAs:
- Je nach Stellplatz Straßenlärm

Tag 20 – Tierische Nachbarn

Datum: 22-06-2010
Route: Banff – Field
Tageskilometer: 114 km
Wetter: regnerisch und kühler
Campground: Kicking Horse, RCS4

Das Highlight des Tages gab es heute schon kurz nach dem Frühstück. Zwei ausgewachsene Bären, ein Grizzlybär und ein Schwarzbär, streiften etwa 100 Meter entfernt von unserem Stellplatz durch die Wälder. Wir konnten sie minutenlang beobachten und waren ganz fasziniert. Die beiden sind auf dem Campingplatz ein bekanntes Duo wie wir bei der Ausfahrt erfahren haben. Überhaupt war heute mal wieder ein Bärentag, wir konnten auf unserer Fahrt mehrere Grizzlybären beobachten.

Da das Wetter schlecht und Andreja von der morgendlichen Beobachtung nachhaltig beeindruckt war, haben wir die geplante Halbtageswanderung, die unweit unseres Campingplatzes beginnt, ausfallen lassen. Stattdessen haben wir uns die ehemalige Bergbausiedlung Bankhead angeschaut, welche ich allerdings schon kannte.

Die Fahrt auf dem Highway 1 von Banff nach Lake Louise ist derzeit eine Großbaustelle. Zum einen werden neue Spuren gebaut, zum anderen jede Menge Brücken angelegt um den Tieren eine sichere Überquerung der viel befahrenen Straße zu ermöglichen. Einige der Brücken wurden als Pilotprojhekten bereits vor Jahren gebaut und mit Kameras die Tierbewegungen erfasst. Der Erfolg gibt dem Projekt recht, die Tiere haben die neuen “Traversen” angenommen und nutzen sie regelmäßig. Eine gute Sache also.

Weiter ging die Fahrt in Richtung Osten in den Yoho Nationalpark. Am Spiral Tunnel haben wir knapp einen Zug verpasst. Schade. Bereits vor zwei Jahren war es mir nicht vergönnt einen Zug bei der Einfahrt in die Tunnels zu beobachten.

Wir haben dann sehr früh im Kicking Horse Campground nahe Field eingecheckt und den Tag wegen des schlechten Wetters mit lesen und Filme schauen verbracht. Urlaub vom Urlaub sozusagen.

PROs:
- Dump-Station

CONTRAs:
- Platz nicht sonderlich schön angelegt
- Stellplätze nahe an (wenig befahrener) Straße

Tag 14 – Jasper

Datum: 16-06-2010
Route: Purden Lake PP – Jasper
Tageskilometer: 325 km
Wetter: sonnig & warm
Campground: Whistlers Campground, RCS3

Heute morgen haben wir das erste mal “verschlafen” und mussten uns dann etwas beeilen um die Zeit aufzuholen. Der Verlauf des Yellowhead Highway hat mir sehr gut gefallen. Kaum Verkehr, Wälder, Farmland  und immer wieder die Rockies am Horizont. Das Wetter und unsere Stimmung war prächtig, und wir freuten uns schon auf Jasper.

Den ersten Stopp haben wir an den Rearguard Falls gemacht, dort wurde seit meinem letzten Besuch eine schöne Aussichtsplattform nahe der Stromschnellen gebaut. Lachse gab es zu der Jahreszeit natürlich keine zu sehen.

Am Mount Robson PP angekommen haben wir ein Mittagspause am Visitor Information Center gemacht und selbiges besucht. Zeitweise konnten wir sogar den Gipfel des höchsten Berges der kanadischen Rocky Mountains sehen.

Am Moose Lake haben wir einen weiteren Fotostopp gemacht. Elche gab es zwar keine zu sehen, dafür zwei französische Biker die vor 4 Wochen mit dem Fahrrad in Vanouver gestartet sind und bis Oktober Quebec erreichen wollen. Chapeau! Ich habe den beiden zwei Müsliriegel vermacht und sie auf ein Bier eingeladen falls sie es heute noch auf den 60km entfernten Campground schaffen sollten.

In Jasper angekommen haben wir einen Bummel durch das Städtchen gemacht und Andreja hat keinen Souvenierladen ausgelassen. Mir gefällt Jasper wirklich gut da es so übersichtlich ist und die Menschen einen wirklich entspannten Eindruck machen. Wir haben dann noch einen Burger verdrückt in dem Pub in dem ich schon vor zwei Jahren Stammgast war. Es hat wieder geschmeckt und Internet gab es auch umsonst. Außerdem hängen dort immer die Locals ab, es ist echt interessant deren Treiben zu verfolgen.

Weiter gings zum Whistlers Campgound. Ich hatte gestern glücklichweise reserviert sonst hätten wir heute keinen Platz mit Stromanschluß bekommen (= kein Fön + schlechte Laune bei Andreja). Nach einer ätzend langen Warteschlange am Eingang haben wir dann unseren Platz bezogen. Der Campgound ist riesig: Auf dem Fußweg zur Dusche (um mich zu rasieren) und zurück habe ich 4,2 km zurückgelegt.

Hier im Campgound ist auch eine Herde Wapitis heimisch. Da die Kühe im Moment Nachwuchs haben und leicht reizbar sind wird entsprechend davor gewarnt. Bisher hat sich aber noch kein Wapiti blicken lassen. Dafür hat uns ein freches Eichhörnchen besucht, es wollte Andrejas Kekse klauen. Nicht mit uns, wir waren schneller! Es ist dann enttäuscht abgezogen, jedoch nicht ohne uns ein Andenken auf dem Tisch zu hinterlassen…

PROs:
- weitläufige Anlage
- Stromanschluss
- Dumpstation

CONTRAs:
- Massencampgound mit 780 Stellplätzen
- lange Wartezeit bei Einfahrt

Tag 13 – Halbzeit

Datum: 15-06-2010
Route: Tyhee Lake PP – Purden Lake PP
Tageskilometer: 423 km
Wetter: wechselhaft, sonnig ab Nachmittag
Campground: Purden Lake PP, RCS2

Unglaublich aber wahr: Wir haben bereits Urlaubs-Halbzeit. Bisher haben wir 3923 km zurückgelegt und unser Trip durch den (wundervollen) Norden liegt hinter uns.
Der nächste Urlaubsabschnitt beginnt quasi morgen: Die Nationalparks der Rocky Mountains.

Die Fahrt auf dem Yellohead Highway war heute wieder unspektakulär, die Strecke eher monoton. Ab Houston hatten wir die Coast Mountains hinter uns gelassen und fuhren auf der vergleichsweise stark befahrenen Straße durch hügelige und waldreiche Gebiete mit vielen Seen.

Nach Prince George (welches wir beide ziemlich hässlich finden) wurde der Verkehr deutlich weniger und die Rockies rückenten wieder in Blickfeld. Bei bestem Wetter haben wir unser heutiges Nachtquartier, der Purden Lake PP, bezogen.

PROs:
- weitläufige Anlage
- schöner Strand
- tolles See-Panorama
- Dumpstation

CONTRAs:
- keine Stellplätze direkt am See

Es gibt hier einen netten Trail am Ufer zum herrlichen Strand. Wir haben beide die Sonne und das tolle Panorama genossen, und springenden Fischen bei der Jagd nach Insekten zugesehen.

Andreja hat einen schmackhafte Tomatensuppe gezaubert die wir mit Käse-Baguette verschlungen haben. Gleich versuche ich mich noch mal mit dem Camp-Feuer. Uns gehts halt richtig gut!