Tag 32 – Hells Canyon

Datum: 03-Juli-2008
Route: Mountain Home – Baker City
Tageskilometer: 470
Wetter: sonnig, 37°
Unterkunft: Super 8, RMS2
Wildlife: Dickhornschafe

Die Fahrt auf der Interstate 84 bis zur Ausfahrt Payette / Highway 95 ist nichts besonderes, im Großraum Boise ist die Strecke sogar ziemlich hässlich und stark frequentiert.

Der Highway 95 gibt sich dann schon deutlicher ruhiger, rechts und links liegen viele kleine verstreute Farmen und es “grünt” schön.

Ab Cambridge geht es auf dem wirklich schönen Highway 71 der in zahlreichen Kurven (sehr zum Leidwesen Andrejas) durch eine bergig-zerklüftete Landschaft. Die Vegetation reicht von kaum vorhanden auf den Bergrücken bis üppig in tiefen Lagen am Fluß. Es gibt nur vereinzelt Häuser und auf der Straße ist tote Hose.

Am Snake River angekommen haben wir eine kurze Rast gemacht, ein aufgestauter Teil des Flusses wird hier als Naherholungs- und Wassersportrevier genutzt. Einige Amis heizten mit ihren röhrenden Motorbooten hin und her – nicht unser Ding.

Der Snake River wird hauptsächlich zur Elektrizitätsgewinnung durch mehrere Dämme aufgestaut. Vom Oxbow Dam führt eine ca. 40 km lange Straße zum Hells Canyon Dam. Diese Strecke ist der Hammer! Es geht immer entlang des Canyons, mit vielen engen Kurven, mal an Höhe gewinnend dann wieder fast auf Höhe des Flusses. Dabei hat man stets die Kulisse des sehr beeindruckenden Hells Canyon im Blickfeld. Der Canyon ist teilweise sogar tiefer als der Grand Canyon, er wirkt aber nicht so dramatisch da die Canyonwände nicht so steil sind und die Schlucht deutlich breiter ist.

Zurück am Oxbow Dam ging es auf dem Highway 86 (wir sind nun in Oregon!) zunächst bis Halfway, einem kleinen Dorf in dem die Zeit stehen geblieben scheint. Wir mussten dringend tanken, der Tankstelle angeschlossen ist ein sehr authentischer Gemischtwarenladen in dem gerade einige echte Cowboys (so richtig mit Hut, Stiefeln und Sporen) einkauften.

Auch der Rest der Strecke bis nach Baker City war schön zu fahren, da wir durch den Zeitzonenwechsel eine Stunde gewonnen hatten konnten wir bereits kurz nach 16h im vorgebuchten Super 8 Motel einchecken.

PROs:
- kostenloses Wifi
- sauber
- inkl. Frühstück
- ruhig
- großes Zimmer

Tag 31 – Durch die Prärien Idahos

Datum: 02-Juli-2008
Route: West Yellowstone – Mountain Home
Tageskilometer: 540
Wetter: sonnig, 32°
Unterkunft: Sleep Inn, RMS2
Wildlife: Antilopen

Wir sind den ganzen Tag dem Highway 20 nach Südwesten gefolgt. Zuerst führt die Strecke durch ein Waldgebiet mit zahlreichen Campingplätzen, bevor der Verlauf dann bei St. Anthony wirklich hässlich wird. Mehrere industriell geprägte Siedlungen reihen sich kilometerlang aneinander und es herrscht reger Verkehr. Ab Idaho Falls kehrt wieder Ruhe ein und die #20 führt durch die weiten Prärien, wir konnten hier sogar eine Antilope erspähen.

Ca. 30 Kilometer vor Arco befindet sich ein wenig Abseits des Highways der EBR-1, der weltweit erste Nuklearreaktor der nuklear erzeugten elektrischen Strom lieferte. Wir haben die Anlage nur von außen besichtigt und ein paar Bilder geschossen, auf das angeschlossene Museum hatten wir beide keine Lust. Das Ganze schaut recht eigenartig aus, die ganzen Rohre und Pumpen sind außen liegend. Seltsamerweise läuft meine Uhr seit der Besichtigung rückwärts, vielleicht hätten wir doch auf die “Betreten Verboten” Schilder achten sollen… (Kleiner Scherz am Rande :-), natürlich wurde das Gelände dekontaminiert und ist für Besucher geöffnet)

Den nächsten Stop haben wir im Craters of the Moon Provincal Park gemacht. Schwarzes Lavagestein und bizarre Felsformationen standen hier wohl Pate bei der Namensgebung. Innerhalb des Parks gibt es einige Wanderwege, wegen der unglaublichen Hitze haben wir uns auf die kürzeren davon beschränkt. Highlight war die “Durchwanderung” einer Höhle, der Indian Tunnel Cove. Wir mussten teilweise im Dunklen über Steinhaufen kraxeln und uns am Ausgang durch relativ kleines Loch zwängen, und hatten ne Menge Spaß dabei!

Da es noch früher Nachmittag war beschlossen wir entgegen der ursprünglichen Planung weiter zu fahren. Anstatt den Highway 26 zu nehmen blieben wir der #20 treu.

Was folgte war eine lange Fahrt durchs Nirgendwo, die Prärien waren abwechselnd seht trocken und dann wieder vegetationsreicher, das Thermometer kletterte auf 36°. Wenig Verkehr und so gut wie keine Siedlungen zeichnen die Strecke aus. Die Einsamkeit lässt sich gut an folgendem Beispiel demonstrieren: Fairview, die “Hauptstadt” eines großen Bezirks, verfügt über ca. 300 Einwohner.

Wir haben unterwegs natürlich keine passende Unterkunft gefunden, und haben daher ordentlich Strecke bis nach Mountain Home gemacht (der ersten großen Ortschaft seit Ewigkeiten). Nachdem wir hier einige abschreckende Motels in eher üblen Vierteln gesehen hatten sind wir im schönen Sleep Inn (80 USD + Tax) untergekommen, Abendessen gabs bei Jack in the Box…

PROs:
- kostenloses Wifi, großer TV
- sauber
- inkl. Frühstück
- gute Lage

CONTRAs:
- keine Wäscherei (brauchen wir so langsam mal)